Shiva musste ganz dringend zum „Friseur“

Shiva musste ganz dringend zum „Friseur“

Ein vernachlässigtes Schaf, um 13 Kilogramm Wolle erleichtert, ist jüngster Neuzugang auf Gnadenhof.

Einen "wolligen" Neuzugang gibt es im Eiweiler Gnadenhof - auf dem Hof im Heusweiler Ortsteil werden von der Familie Braun über 50 Tiere betreut. Meist sind es alt gewordene Nutztiere, aber auch das ein oder andere Fundtier - wie etwa Zwergziege Tiffany, die im September von der Polizei auf der Bundesstraße 268 eingefangen worden war - und ebenso zuvor vernachlässigte Tiere. Letzteres gilt auch für Schaf Shiva, das jetzt auf dem Hof mit all den anderen zusammenlebt.

Tierschützer, so schildert es Lothar Braun, hätten von einem Schaf aus dem nördlichen Saarland berichtet, "das über mehrere Jahre allein gehalten und wohl auch schon einige Jahre nicht mehr geschoren wurde". Spontan habe man sich daraufhin bereit erklärt, das Tier in Eiweiler aufzunehmen. Ehrenamtliche Mitarbeiter von Tier-Notruf-Saarland transportierten das Schaf dann am Freitag nach Eiweiler zum Gnadenhof.

"Es war kein schöner Anblick", erläutert Lothar Braun, "das acht bis zehn Jahre alte Tier trug eine etwa 50 Zentimeter dicke Wolldecke. Es konnte kaum noch laufen. Mit einer Schere befreiten wir es von zirka 13 Kilogramm Wolle!" Schon einen Tag später habe man erfreut feststellen können, wie sich der Neuling, der den Namen Shiva bekam, in der kleinen Schafherde des Hofs eingefunden hatte und auch sofort integriert gewesen sei. "Ein schöner Anblick", freut sich Braun.

Der Gnadenhof in Eiweiler bietet seinen vielen tierischen Bewohnern eine Fläche von etwa 25 000 Quadratmetern an, auf denen sie ihre letzten Jahre möglichst unbeschwert genießen sollen.

www.gnadenhof-eiweiler.de

Zum Thema:

Ein wirklich alter Freund des Menschen Schafe sind ein uralter Begleiter der Zivilisation: Neben Hunden, Rindern und Ziegen gehören sie zu den ältesten Haustierrassen. Sie wurden vermutlich erstmals vor etwa 10 000 Jahren wegen des Fleisches und der Milch in Anatolien domestiziert (möglicherweise aus dem Armenischen Mufflon, die Frage ist aber noch nicht ganz geklärt). Seit etwa 5000 Jahren dient das Schaf dem Menschen auch als Woll-Lieferant.

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