SHG will mit Verdi Vertrag zur Entlastung

Mehr Personal für Krankenhäuser : SHG-Kliniken versprechen mehr Pflegekräfte

Der Träger will für seine vier Standorte mit Verdi einen Vertrag zur Entlastung des Personals abschließen.

Die frohe Botschaft erreichte die 5000 Beschäftigten der SHG-Kliniken in Völklingen, Merzig, auf dem Saarbrücker Sonnenberg und in Idar-Oberstein gerade noch rechtzeitig zum Weihnachtsfest: Nach dem Abschluss eines Vertrages zur Entlastung der Pflegekräfte am Universitätsklinikum in Homburg ist nun auch die Saarland Heilstätten GmbH bereit, mit der Gewerkschaft Verdi konkrete Maßnahmen zu vereinbaren.

„Der Durchbruch ist geschafft“, erklärten SHG-Geschäftsführer Bernd Mege und Verdi-Landesfachbereichsleiter Frank Hutmacher in einer am Freitag versandten gemeinsamen Mitteilung. Bis zum Frühjahr wollen SHG und Verdi für die vier Krankenhäuser einen „Vertrag zur wirksamen Entlastung der Pflege“ vereinbaren. In dem Dokument, das von Arbeitsgruppen noch im Detail ausgehandelt werden muss, soll unter anderem ein „erheblicher Personalaufwuchs“ festgeschrieben werden – konkrete Zahlen wurden gestern zunächst nicht genannt. Weiterhin soll Alleinarbeit auf den Stationen vertraglich ausgeschlossen werden. Im November 2017 hatten Verdi und SHG bereits für den Standort Völklingen vereinbart, dass nachts keine Pflegekraft mehr allein auf einer Station arbeiten soll – es war laut Verdi das erste Krankenhaus bundesweit, in dem dies festgeschrieben wurde.

Außerdem soll eine Soll-Besetzung für alle Pflegebereiche festgelegt, ein Personalbemessungssystem eingeführt und Regelungen für Pflege-Springerpools geschaffen werden. Für den Fall, dass eine Station unterbesetzt ist, soll ein sogenanntes Konsequenzen-Management eingeführt werden – also ein System, das klärt, was in solchen Situationen passiert. Weiterhin geplant: ein Bonussystem für Belastungstage und eine Verbesserung der Ausbildung. Verdi-Sekretär Michael Quetting sagte, die Vereinbarung werde „zumindest das Niveau von Homburg“ haben. Dort gibt es 145 zusätzliche Stellen sowie einen Automatismus zur Entlastung von Pflegekräften, die auf Stationen arbeiten, die unterbesetzt sind.

SHG-Chef Mege betonte, der Vertrag reihe sich in die Bemühungen der SHG ein, Familie und Beruf zu vereinbaren. „Mit den Vereinbarungen mit Verdi krönen wir jetzt unsere Anstrengungen zum Wohle unserer Mitarbeiter, weil wir davon überzeugt sind, dass dieses Engagement auch unseren Patienten zugute kommt.“ Verdi sprach von einem „wichtigen Ereignis für alle Pflegekräfte im südwestdeutschen Raum“. Der Erfolg sei der Verdienst des jahrelangen Kampfes für mehr Personal.

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