1. Saarland

Selbstläufer mit treuer Anhängerschaft

Selbstläufer mit treuer Anhängerschaft

Eine kleine, aber feine Reihe für klassische Musik: die Rathauskonzerte in Heusweiler, freitags ab 20 Uhr. Über 20 Jahre gibt es die Konzertreihe, die auch eine feste Fangemeinde hat. Wir stellen das neue Programm vor.

 Gianluca Luisi. Foto: Bösendorfer
Gianluca Luisi. Foto: Bösendorfer Foto: Bösendorfer
 Maximilian Mangold und Mirjam Schröder. Foto: VHS Völklingen
Maximilian Mangold und Mirjam Schröder. Foto: VHS Völklingen Foto: VHS Völklingen
 Daniela Schick. Foto: P. Sens
Daniela Schick. Foto: P. Sens Foto: P. Sens

Es ist ein kleiner Raum, der Festsaal im Heusweiler Rathaus. Viel Holz, ein hoher Giebel und eigentlich gar nicht unbedingt als Konzertsaal gedacht. Und doch hat dieser kleine Raum, der vielleicht Platz für 100 Gäste bietet, eine Akustik, die beeindruckt. "Da sind viele überrascht, die hier reinkommen", sagt Marion Vogt-Hürstel, im Rathaus zuständig für die Kultur. Hans Trouvain, ihr Vorgänger, hatte die Reihe "Heusweiler Rathauskonzerte" vor mehr als 20 Jahren ins Leben gerufen. Er wollte diesen kleinen, aber feinen Klangkörper füllen. Und über die Jahrzehnte haben sich die Rathauskonzerte eine treue Fangemeinde erspielt, die meisten Besucher sind Stammgäste, fast ein Drittel sogar Abonnenten der Rathauskonzerte.

Doch nicht nur unter den Zuhörern hat die Reihe Fans gefunden. "Wir bekommen unheimlich viele Anfragen von Künstlern und Agenturen, die bei uns spielen wollen oder ihre Künstler unterbringen wollen", sagt Vogt-Hürstel. Und so stellt sich das Programm beinahe von selbst zusammen, auch wenn Vogt-Hürstel darauf achtet, dass möglichst viele Interessen bedient werden.

Los geht es am 24. Januar mit ganz klassischer Kammermusik vom Et Arsis Quartett. Das junge Klavierquartett ist bereits mit Preisen überhäuft, wurde 2011 sogar mit dem "Interclassica-Sonderpreis für das vielversprechendste Klavierquartett" ausgezeichnet. Im Februar kommt dann ein alter Bekannter der Konzertreihe: Gianluca Luisi, einer der herausragenden Pianisten Italiens, war erstmals 2003 zu Gast in Heusweiler und kommt seitdem immer wieder.

Ein Höhepunkt steht dann am 16. Mai an: Pünktlich zum Richard-Strauss-Jahr 2014 tritt die tadschikische Pianistin Guzal Enikeeva auf. Ihr war es kürzlich als Erste gestattet, mit wiederentdeckten Original-Noten von Strauss zu spielen. Stücke, die auch in Heusweiler auf dem Programm stehen werden. Danach geht die Reihe in ihre dreimonatige Sommerpause.

Dass der Heusweiler Rathaussaal nicht nur eine Bühne für Kammermusik, sondern auch für Opern und Musicals bieten kann, zeigt das Gesangstrio Ursula Herzel (Sopran), Daniela Schick (Sopran) und Bernd Gillmann (Tenor). Begleitet werden die drei von Anne Schmitt am Klavier. Dabei reicht das Programm von Arien aus "Die Hochzeit des Figaro" bis zu den bekannten Liedern aus Leonard Bernsteins "Westside-Story" und anderen Musicals. "Wir haben nicht nur Sachen für die Hardcore-Klassik-Fans, wie ich sie immer scherzhaft nenne", sagt Vogt-Hürstel.

Zum Jahresabschluss erklingen wie jedes Jahr dann weihnachtliche Melodien. Am 12. Dezember spielen Maximilian Mangold (Gitarre) und Mirjam Schröder (Harfe) Barockmusik zum Advent. Und im kommenden Jahr geht es dann wieder von vorne los, kündigt Marion Vogt-Hürstel an: "Wir sind schon stolz auf unsere Rathauskonzerte."

Eintrittspreise: Einzelkarte 10 Euro, ermäßigt 8 Euro, Abonnement: 70 Euro. Inhaber der Sozialcard erhalten ermäßigten Eintritt. Infos unter Tel. (0 68 06) 91 11 17.