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Lebach
Seehofer setzt auf mehr Ankerzentren in Deutschland

Innenminister Klaus Bouillon, Bundesinnenminister Horst Seehofer und Klauspeter Brill, Bürgermeister von Lebach (v.l.) bei der Enthüllung des AnkER-Schildes.
Innenminister Klaus Bouillon, Bundesinnenminister Horst Seehofer und Klauspeter Brill, Bürgermeister von Lebach (v.l.) bei der Enthüllung des AnkER-Schildes. FOTO: BeckerBredel
Lebach. Auch um abgelehnte Asylbewerber konsequenter in ihre Heimatländer rückführen zu können, setzt Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) auf mehr Ankerzentren in Deutschland. „Am besten wäre, wenn wir überall in Deutschland in allen Bundesländern diese Ankerzentren bekommen würden“, sagte Seehofer am Montag bei der offiziellen Eröffnung eines Ankerzentrums für Asylbewerber in Lebach im Saarland. Von dpa

Zur Rückführung von abgelehnten Asylbewerbern, die keinen Schutzstatus haben, sagte der Minister: „Das ist der Punkt, der im Moment in Deutschland hinkt, der nicht gut funktioniert. Das sollte man auch offen aussprechen.“


Der Bund wolle sich bei der Rückführung stärker engagieren. Das könne „nur geschehen, wenn das aus den Ankerzentren heraus geschieht“. Seehofer sagte, er gehe davon aus, „dass die positiven Beispiele, die durch bestehende Ankerzentren gesetzt werden, auch andere im Laufe der Zeit überzeugen werden“. Bundesweit sind nun neun solche Einrichtungen in Bayern, Sachsen und im Saarland in Betrieb.

Die Landesaufnahmestelle in Lebach war Ende September zum Ankerzentrum geworden: Die politisch umstrittenen Einrichtungen sollen durch verschiedenen Behörden und Akteure unter einem Dach Asylverfahren beschleunigen - und auch die Rückführungszahlen abgelehnter Asylbewerber erhöhen. Lebach habe „Vorbildcharakter für die ganze Bundesrepublik Deutschland“, sagte Seehofer. „So was wie heute habe ich noch nicht gesehen“, sagte er beeindruckt nach einem Rundgang durch die saarländische Einrichtung. Das Wort „Anker“ steht für An(kunft), k(ommunale Verteilung), E(ntscheidung) und R(ückführung).