Land plant Hilfspaket: Schwere Unwetter richten im Saarland Millionenschäden an

Land plant Hilfspaket : Schwere Unwetter richten im Saarland Millionenschäden an

Nach Zerstörungen durch heftige Unwetter plant das Land jetzt einen Hilfsfonds. Fast 1000 Notrufe wurden in einer Nacht gezählt.

Unterspülte Straßen, wegschwimmende Autos, vollgelaufene Keller: Heftige Gewitter mit Starkregen haben in der Nacht zu Freitag in Teilen des Saarlandes schwere Verwüstungen angerichtet. Das Landespolizeipräsidium registrierte mehr als 500 Notrufe bei der Polizei und weitere 400 bei der Feuerwehr. Besonders schwer trafen die schlimmsten Unwetter seit Jahren St. Ingbert und Kleinblittersdorf. „Das ist katastrophal“, sagte Innenminister Klaus Bouillon (CDU) nach einem Besuch in Bliesransbach der SZ: „Ich habe ja schon einiges gesehen, aber das hier ist mit das Schlimmste.“ Das Ausmaß der Zerstörung sei „schlimmer als in Dirmingen vor zwei Jahren“.

Ähnlich wie nach den Überschwemmungen in dem Eppelborner Ortsteil, als die Landesregierung ein Soforthilfepaket auf den Weg brachte, soll es nun einen Hilfsfonds für Härtefälle geben. Ministerpräsident Tobias Hans (CDU), der sich wie Bouillon und Umweltminister Reinhold Jost (SPD) vor Ort ein Bild von den Millionenschäden machte, stellte eine entsprechende Unterstützung zumindest in Aussicht. Über Details wie den möglichen Umfang der Hilfe soll kommende Woche auch im Ministerrat beraten werden. „Dieses Unwetter hat uns wieder vor Augen geführt, dass es jeden treffen kann“, betonte Jost. „Der Klimawandel ist kein abstraktes Phänomen, das weit weg von uns passiert, sondern direkt vor unserer Haustür.“ Man könne Gott danken, dass nach ersten Erkenntnissen kein Mensch zu Schaden gekommen sei. Zugleich hob er abermals die Wichtigkeit einer Elementarschadenversicherung hervor, die im Saarland nach wie vor deutlich seltener als im Bundesschnitt in Anspruch genommen wird.

In Auersmacher kämpft sich ein Auto durch die nächtlichen Fluten. Foto: BeckerBredel
Wie hier in Kleinblittersdorf waren viele Rettunsgkräfte im Dauereinsatz. Foto: BeckerBredel

Nach den ungewöhnlich langen und schweren Unwettern dieser Woche deutet sich jetzt Entspannung an. „Wir können vorsichtig Entwarnung geben“, teilte der Deutsche Wetterdienst mit. Zwar könne es am Samstag im Saarland und in Rheinland-Pfalz noch einzelne Gewitter geben, aber nicht mehr in der Heftigkeit. Im Nachbarland hatte am Freitag der Eifelkreis Bitburg-Prüm den Katastrophenfall ausgerufen.

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