1. Saarland

Schweiß treibender Punkrock

Schweiß treibender Punkrock

Otzenhausen. Zu hören sind die Bands, jedoch von der Eingangstür des randvollen Otzenhauser Jugendclubs kaum richtig zu sehen. 200 Besucher hat der zweite Primsrock-Vorentscheid angelockt. Fünf Bands liefern sich im gefühlt 40 Grad warmem Raum einen schweißtreibenden Wettbewerb

Otzenhausen. Zu hören sind die Bands, jedoch von der Eingangstür des randvollen Otzenhauser Jugendclubs kaum richtig zu sehen. 200 Besucher hat der zweite Primsrock-Vorentscheid angelockt. Fünf Bands liefern sich im gefühlt 40 Grad warmem Raum einen schweißtreibenden Wettbewerb. Die Mehrzahl der Stimmen der Publikumsjury verbuchen die Türkismühler Punker Captain Risiko und die Metalcore-Band Fist of Change aus Kastel."Es ist für uns eine Ehre beim Primsrock-Open-Air mitzuspielen", sagt Sänger und Gitarrist Florian Schneider. Vor zwei Jahren hat sich die Band gegründet und beschlossen, unter dem Namen Fist of Change an den Start zu gehen. Musikalisch pendeln die fünf U20-Musiker zwischen Hardcore und Metal. "Wir haben in diesem Genre einen eigenen Stil entwickelt und lassen und nicht in eine Schublade stecken", erklärt Frontmann Schneider. Gemeinsam komponiert die Band ihre Songs. "Wir schmeißen unsere Ideen zusammen und nehmen das auf, was uns gefällt", berichtet Schneider. Die Texte seien schon bewusst etwas politisch gehalten. Was sie dabei fühlen, schreien sie dann gerne raus. In der ehemaligen Bundeswehrkaserne in Hermeskeil wird im angemieteten Proberaum geübt. Derzeit feilen Fist of Change an einer EP zum Thema "Weltuntergang". "Mittlerweile sind wir musikalisch da, wo wir hin wollten", resümiert Schneider.

Der "Weltuntergang" soll aber keinesfalls vor dem 7. September stattfinden. Dann sind sie beim Primsrock-Festival in Primstal dabei. Wiedertreffen wird die Kasteler Combo dort die Deutsch-Punker von Captain Risiko aus Türkismühle. "Die Leute haben beim Auftritt getanzt und gefeiert. Wir versuchen immer, noch einen obendrauf zu setzen", sagt Schlagzeuger Hagen Becker begeistert. Neben dem bärtigen Drummer wirken seine drei Mitstreiter vom Aussehen her betrachtet eigentlich wie der Schwiegersohn-Typ. Irrtum, denn alles ist krachiger Punkrock. Energiegeladen greifen sie in die Saiten. In ihren Songs beschweren sich Captain Risiko mit mehrstimmigem Gesang teils auf zornige, aggressive Weise oder sie versinken in Lethargie. "Die Ideen beim Songschreiben entstehen in meiner unmittelbaren Umgebung", erzählt Sänger und Gitarrist Benni Schmitt. Seine Bandkollegen würden die deutschsprachigen Texte sowieso nicht verstehen, merkt er ironisch an. "Musikalisch haben wir mehr als drei Akkorde drauf", teilt Schmitt schmunzelnd mit. Schmitt und Becker musizieren bereits seit mehr als zehn Jahren, waren dabei schon ein Teil von Blurt by Rain oder Kid Chino.

Das Publikum feiert

Beim Gig im Jugendclub hauen Captain Risiko eingangs der tobenden Menge mit "Sjöfart" (zu deutsch: Schifffahrt), den Titelsong des neuen Albums um die Ohren. Mit "Zahltag Mauzi" deckeln sie ihre Show. Genauso wie die Auftritte der Gewinnerbands, Captain Risiko und Fist of Change, hat das Publikum die dreißigminütigen Darbietungen von den Smoke Kings, Slaves under Machine Gods und den College Sluts abgefeiert. Krankheitsbedingt haben Monkey on Fire leider passen müssen.

Auf einen Blick

Nach den beiden Vorentscheiden mit regionalen Bands sind beim Primsrock-Open-Air am 7. September auf alten Sportplatz in Primstal dabei: Spirit Heroes (Hip-Hop aus Primstal), die Bluesrocker Max Barth & the Backdraft (Wadern), Fist of Change (Metalcore, Kastel) und die Deutsch-Punker Captain Risiko aus Türkismühle. Insgesamt werden laut Veranstalter, dem freien Jugendhilfeträger Was geht ?! aus Nonnweiler, zehn Bands spielen. Demnächst will der organisierende Arbeitskreis weitere Namen vermelden. frf