Schütz' Rückzug aus dem Kreistag hat komplizierte Konsequenzen

Kreis Saarlouis. Gestern haben wir berichtet: "Rot-rot-grün verliert die Mehrheit im Kreistag". Denn nachdem Hans Joachim Schütz, vorher Vorsitzender der Linken-Fraktion im Kreistag und dritter Kreisbeigeordneter, aus privaten Gründen Mandat und Ämter niedergelegt hatte, gab es Wirbel in der Fraktion

Kreis Saarlouis. Gestern haben wir berichtet: "Rot-rot-grün verliert die Mehrheit im Kreistag". Denn nachdem Hans Joachim Schütz, vorher Vorsitzender der Linken-Fraktion im Kreistag und dritter Kreisbeigeordneter, aus privaten Gründen Mandat und Ämter niedergelegt hatte, gab es Wirbel in der Fraktion. Hans-Dieter Herzog, bis dahin einer von Schütz' Stellvertretern, hat die Links-Fraktion verlassen."Normalerweise haben wir einen fließenden Übergang, wenn ein Mitglied des Kreistages durch einen Nachrücker ersetzt wird, das ist hier anders: Wir haben eine echte Vakanz", beschreibt Landrätin Monika Bachmann die Lage. Dieter Bonner wird erst in einer Kreistagssitzung am 8. Februar vereidigt. In der Kreisausschusssitzung am 1. Februar bleibt der Stuhl der Linken, auf dem Schütz saß, aber leer. Da Herzog ebenfalls Mitglied des Ausschusses ist, kommt hier möglicherweise ein neues Mehrheitsverhältnis zum Tragen. Ein Patt entsteht. Bachmann: "Vor allem wegen der Ausschussbesetzungen ist das für die Fraktionen eigentlich ein ungesunder Zustand." Das zu ändern ist allerdings nicht Aufgabe der Landrätin, sondern die der Fraktionen - oder der Kreisparteien.

Vertreter der Fraktionen hatten gegenüber der SZ erklärt, erst einmal abwarten zu wollen. Und auch der SPD-Kreisvorsitzende Reinhold Jost meint, "man soll sich das erstmal setzen lassen". Er fände es "bedauerlich", wenn der Austritt Herzogs bedeuten würde, dass die Koalition auseinanderbricht. Jost sagt, dass die Fraktion entscheiden muss, wie es dann weitergeht. Er stehe aber "in engem Kontakt" zur Kreistagsfraktion der SPD.

"In ganz engem Kreis von Partei- und Fraktionsspitze", so benennt der CDU-Kreisvorsitzende Franz-Josef Berg die Runde, haben sich die Christdemokraten gestern Abend getroffen. Berg konnte und wollte nichts vorwegnehmen - nur so viel: "Die CDU kann jetzt mit anderen Partnern Mehrheiten bilden." Und: "Wir wollen mitbestimmen und mitgestalten."

Zwischen den Zeilen klingt da durchaus an, dass auch SPD und CDU miteinander reden werden. Die hätten gemeinsam eine sehr solide Mehrheit.

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