1. Saarland

Schülervertretung sagt „Gute Nacht, G 8!“

Schülervertretung sagt „Gute Nacht, G 8!“

Die Gesamtlandesschülervertretung sieht im achtjährigen Gymnasium die Ursache für das schlechte Abschneiden des Saarlandes bei Bildungsvergleichen. Die Landesregierung will an G 8 aber nicht rütteln.

. Der Gesamtlandesschülervertretung im Saarland ist nach zwölf Jahren G 8 jetzt der Kragen geplatzt. "Der Versuch, G 8 an allen Gymnasien verpflichtend einzuführen, ist aus unserer Sicht mehr als gescheitert, was nicht nur der Bildungsmonitor 2013 bestätigt. Laut dem Bildungsmonitor 2013 nimmt das Saarland Platz 15 der 16 deutschen Bundesländer ein, wenn es um Sachen Bildung geht", sagt Landesschülersprecher Florian Weimann. "Wir müssen uns doch ernsthaft fragen, ob es zu verantworten ist, dass Schüler immer mehr zu Maschinen werden, die dem Leistungsdruck voll und ganz untergeordnet sind", so der Vorsitzende der Gesamtlandesschülervertretung (GLSV) in einer Pressemitteilung mit dem Titel "Gute Nacht, G 8!". "Wir als GLSV wollen, dass Kinder nicht ihre ganze Kindheit, beziehungsweise Jugend, der Schule opfern müssen", sagt Weimann. Leider sei das für die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler des Saarlands die Regel geworden. Zurzeit besuchen etwa 27 000 Schüler die Saar-Gymnasien. Das Gymnasium in acht Jahren lasse den Schülern kaum Zeit, Unterrichtsstoff wie den Zweiten Weltkrieg ausreichend zu behandeln, beklagt der GLSV-Chef. Das G-8-System führe dazu, dass ein Viertel der Schüler sitzen bleibe und untergrabe damit den gewünschten Turbo-Effekt. Der Marpinger Gesamtschüler fordert die Landesregierung auf, den Gymnasien die Möglichkeit einzuräumen, zwischen G 8 und G 9 zu wählen.

Der Vorstoß der Landesschülervertretung wird von der CDU/SPD-Regierungskoalition abgelehnt. "Eine Rückkehr zum G 9 steht nicht auf der Tagesordnung", sagte Bildungsminister Ulrich Commerçon der SZ. Das Ergebnis der jüngsten Diskussion über die Schulstrukturen sei die Festlegung auf ein Schulsystem gewesen, in dem Eltern und Kinder die Wahl haben sollten zwischen dem achtjährigen Gymnasium und der Gemeinschaftsschule, die alle Schulabschlüsse bis hin zum Abitur in neun Jahren anbietet. "Damit wurden die Strukturdebatten beendet", so der Minister. "Eine Reform würde nur neue Unruhe bringen", sagte Thomas Schmitt, Bildungs-Experte der CDU-Landtagsfraktion. Er verstehe den Vorstoß der GLSV ohnehin nicht, da dort Vertreter von Gemeinschaftsschulen Spitzenpositionen einnähmen. Der Chef des Philologenverbands Saar, Marcus Hahn, sieht "keine realistische Option" für eine Rückkehr zum G 9. "Die Ministerpräsidentin und der Bildungsminister haben das abgelehnt", so Hahn.