1. Saarland

Schüler sollen Berufswelt erkunden

Schüler sollen Berufswelt erkunden

St. Wendel. Jungen Leuten früh dabei zu helfen, die richtige Berufswahl zu treffen, das haben sich die St. Wendeler Arbeitsmarkt-Initiative, ein 2005 gegründeter Verein, und die Handwerkskammer des Saarlandes vorgenommen. Deshalb haben sie am vergangenen Dienstag mit der St. Wendeler Erweiterten Realschule in deren Hause einen Kooperationsvertrag abgeschlossen

St. Wendel. Jungen Leuten früh dabei zu helfen, die richtige Berufswahl zu treffen, das haben sich die St. Wendeler Arbeitsmarkt-Initiative, ein 2005 gegründeter Verein, und die Handwerkskammer des Saarlandes vorgenommen. Deshalb haben sie am vergangenen Dienstag mit der St. Wendeler Erweiterten Realschule in deren Hause einen Kooperationsvertrag abgeschlossen. "Es ist wichtig, dass man einen Beruf ausüben kann, der einen erfüllt", brachte Graciela Bruch, Vorstandsmitglied der Globus-Stiftung und Ehefrau von Thomas Bruch, der die Stiftung im Juni 2005 ins Leben gerufen hatte, das Anliegen des jüngsten Vorhabens auf den Punkt. Es wird von der Stiftung, die sich schwerpunktmäßig der Jugendarbeit verschrieben hat, mit 15 000 Euro unterstützt. Das sind etwa die Hälfte der Gesamtkosten des Projektes, von denen die andere Hälfte der Bund trägt. Diese 30 000 Euro werden vor allem für den Transport der Schüler nach Saarbrücken und die dortige Betreuung in den Werkstätten der Handwerkskammer benötigt. "In unseren Lehrlingsausbildungsstätten können die Schüler zum Beispiel im Bereich Elektriker eine Telefonanlage programmieren, im Dienst-am-Menschen-Bereich maniküren oder im Metallbereich, passend zu Weihnachten, Kerzenständer bauen", beschreibt Stefan Gerhard, Werkstattleiter bei der Handwerkskammer, mögliche Tätigkeitsfelder. Und in der Tat soll das "Abenteuer", wie Realschul-Rektor Karl Burger die Aktion zur Berufsorientierung nennt, für 48 seiner Schüler aus den Klassen acht und neun, die sich für einen handwerklichen Beruf interessieren, bereits am kommenden Montag, 8. Dezember, starten. Diese Berufsorientierung dauert 14 Tage, unterteilt in zwei Wochen. Die St.Wendeler Erweiterte Realschule macht den Anfang im ersten des, wie St. Wendels Bürgermeister Klaus Bouillon ankündigte, auf zunächst drei Jahre angelegten Vorhabens. Weitere allgemeinbildende Schulen der Stadt und des Landkreises sollen folgen. Sodass sich nach drei Jahren 144 Schüler in ihrem möglichen zukünftigen Lehrberuf ausprobiert haben konnten. Mit diesem Berufsorientierungs-Projekt für Jugendliche habe seine Arbeitsmarkt-Initiative, die als "sozialer Dienstleister" bisher Langzeitarbeitslose betreute, ihren Aufgabenbereich ausgeweitet und mit dem Vorhaben eine "Angebotslücke" geschlossen, weil es hier erstmals um eine "vorausschauende Hilfestellung" gehe, erläuterte Verwaltungschef Bouillon seine "neue Idee". Sie soll dazu beitragen, es den Schülern zu ermöglichen, bereits früh selber festzustellen, "welche Talente sie haben, welcher Beruf ihnen Spaß macht". Meinung

Den Traumberuf ausprobieren

Von SZ-Redakteur Rainer Ulm Die Zahl der Ausbildungsplätze wächst. Das ist gut, aber nur die eine Seite der Medaille. Denn überhaupt einen Ausbildungsplatz ergattern zu können, bedeutet nicht zugleich, den Traumberuf erlernen zu dürfen. Wenn es denn bei dem einen oder anderen Schüler vorab überhaupt einen diesbezüglichen Traum gegeben haben sollte. Aber Träume können wachsen. Wenn das auch vielleicht nicht gleich zum sprichwörtlichen Traumberuf führt, so doch zu einer Beschäftigung, die den Fähigkeiten und Fertigkeiten der jungen Leute entspricht. Oder vielleicht zu Interessen, von denen sie noch gar nicht wussten, dass sie sie haben. Angebot schafft auch hier Nachfrage. Deshalb kommt jenes Angebot von der St.Wendeler Arbeitsmarkt-Initiative und der Saarbrücker Handwerkskammer gerade recht. Es ermöglicht ein Sich-Ausprobieren in verschiedenen (Traum-)Berufswelten.