1. Saarland

Schloßplatz wird zur riesigen Open-Air-Kneipe

Schloßplatz wird zur riesigen Open-Air-Kneipe

St. Wendel. Der Schloßplatz wurde am Mittwoch zu einer großen, irischen Open-Air-Kneipe. Die aufgestellten Sitzmöglichkeiten waren allesamt besetzt, es wurde getrunken, gespeist und gequatscht. Was fehlte, waren auf dem Boden verstreute Erdnussschalen, wie es auf der grünen Insel in vielen Wirtshäusern Brauch ist

St. Wendel. Der Schloßplatz wurde am Mittwoch zu einer großen, irischen Open-Air-Kneipe. Die aufgestellten Sitzmöglichkeiten waren allesamt besetzt, es wurde getrunken, gespeist und gequatscht. Was fehlte, waren auf dem Boden verstreute Erdnussschalen, wie es auf der grünen Insel in vielen Wirtshäusern Brauch ist. Dazu gab es Live-Musik von Gisis Irish Pub Connection, die mit irischen Folk-Liedern die St. Wendeler unterhielt. "Wir spielen seit etwa zwei Jahren zusammen. Um einen Namen für die Band haben wir uns nie bemüht, irgendwann blieb dann die jetzige Bezeichnung hängen", gab Sänger und Gitarrist Gisi McGuiness an. Denn McGuiness, eigentlich Gisbert Bier, war jahrelang Inhaber des St. Wendeler Irish Pubs.Dort traf er auch auf seine aktuellen Bandmitglieder. Das sind: Maike Puhl, die singt und Tin Whistle, die eine traditionelle irische Flöte spielt sowie Jana Scheid an der Geige. "Vor drei Jahren an Weihnachten habe ich die Flöte geschenkt bekommen. Damit bin ich dann ins Irish Pub und habe mit Gisi gespielt", erzählte Puhl, die seit drei Jahren auch Gesangsunterricht nimmt. Über die offene Bühne - einer Auftrittsmöglichkeit für jedermann in der Kneipe - fand auch Scheid zur Band. Die 18-Jährige spiele seit 14 Jahren Geige.

Gemeinsam haben sie bereits eine CD aufgenommen. Ihr Repertoire besteht aus Nachspielversionen von Irish-Folk-Liedern. Die Begeisterung für diese traditionelle irische Musik teilen alle drei. McGuiness: "Ich war früher oft in Irland, habe die Musik lieben gelernt. Es macht Spaß, die Lieder nachzuspielen, die über Land und Leute erzählen."

Liebe zur grünen Insel

Dass das Trio mit Freude ihr Liedgut darbrachte, davon konnte sich das Publikum am Mittwoch überzeugen. Davon, dass die in den Songs erzählten Geschichten nicht nur vom Trinken und der Liebe zur grünen Heimat handeln, auch. "Sind Engländer im Publikum anwesend?," fragte McGuiness vor einem Stück. Da sich keiner meldete, spielten sie "Go on home british soldiers" (etwa: Geht nach Hause, britische Soldaten). Ein Lied, das in rauen Worten das Abziehen britischer Soldaten aus Nordirland fordert.

"Ich wohne nicht in Irland, ich singe nur die Lieder der Iren, die von ihrem Leben handeln", kommentierte McGuiness. Dazu gehörte auch das Stück "Up went Nelson" (etwa: Und hoch ging Nelson), im Original von der Gruppe The Go Lucky Four, das sich 1966 acht Wochen lang in den irischen Charts festsetzte. Textlich geht es dabei über die Sprengung einer Statue des britischen Admirals Horatio Nelson in Dublin 1966.

Ansonsten wurde viel mit dem Fuß gewippt und mit den Händen geklatscht, als die irischen Saarländer bekannte Melodien wie "Old rover" (in diesen Breiten ist das Lied als "An der Nordseeküste" des Schlager-Duos Klaus und Klaus bekannt) oder "What shall we do with the drunken sailor" spielten.

Bei einem Song erntete Rouven Nilles, Sänger der St. Wendeler Band Buhää & the Rhabarbers, die Bühne und sang mit McGuiness Cat Stevens Klassiker "Father and son". Und für etwa 30 Minuten saß McGuiness mit seiner Gitarre ganz alleine auf der Bühne, um Oldie-Klassiker wie "Ring of fire" (Johnny Cash) zu intonieren. Die drei Musiker zeigten sich nach ihrem dreistündigen Konzert zufrieden. Und der nächste Auftritt stehe auch schon an: am 25. August beim Braunshausener Feuerwehrfest.

Info: Gisis Irish Pub Connection kann man auch für Feste und Feiern mieten. Kontakt: Gisbert Bier, Tel. (01 71) 6 91 42 08.