1. Saarland

Schlossmauer wird jetzt saniert

Schlossmauer wird jetzt saniert

Blieskastel. Steuerberater Joachim Quack, der mit Rechtsanwalt Peter Hassdenteufel Büros und zwei Häuser in der Kardinal-Wendel-Straße in Blieskastel hat, sorgt sich um die Schlossmauer. Genauer gesagt um "seine" Schlossmauer. "Ich bin laut Katasterauszug über eine Länge von rund 25 Metern Teileigentümer der Schlossmauer Blieskastel, die in einem sehr schlechten Zustand ist

Blieskastel. Steuerberater Joachim Quack, der mit Rechtsanwalt Peter Hassdenteufel Büros und zwei Häuser in der Kardinal-Wendel-Straße in Blieskastel hat, sorgt sich um die Schlossmauer. Genauer gesagt um "seine" Schlossmauer. "Ich bin laut Katasterauszug über eine Länge von rund 25 Metern Teileigentümer der Schlossmauer Blieskastel, die in einem sehr schlechten Zustand ist. Eine Schlossmauer, die mir gehört und für die ich im Schadensfall verantwortlich gemacht werde. Bei einem möglichen Einsturz können nämlich hier Schäden am Eigentum fremder Dritter angerichtet werden", so Quack in einem Schreiben an die Stadt und den Kreis, das unserer Zeitung vorliegt. So fehlten an "seiner" Mauer Steine, größere Löcher seien schon vorhanden, ein Einbruch und Einsturz sei nur eine Frage der Zeit. Und da er selbst durch den teilweisen Einbruch der Schlossmauer am 14. Januar 2011 geschädigt wurde, wolle er das Risiko nicht eingehen, dass ihm mit "seiner" Mauer dasselbe passiert.Wie er berichtet, sei er durch den Einsturz der Mauer bei der "Alt Schmitt" direkt betroffen gewesen. So seien der Pkw von Hassdenteufel und sein eigenes Auto so schwer von Steinen getroffen worden, dass Schäden zwischen 5000 und 7000 Euro pro Auto entstanden seien. Hassdenteufel habe wegen seines Schadens das Gericht angerufen. Eine Regulierung der Schäden werde durch Stadt, Kreis und den Gemeindeversicherungsverband abgelehnt mit dem Hinweis, der Kreis sei nicht Inhaber der Stadtmauer an der Abbruchstelle. "Da ich jetzt weiß, wie die Stadt, der Kreis und die dort Verantwortlichen mit Verantwortung umgehen, zugesagte Renovierungsarbeiten wohl noch sehr lange auf sich warten lassen, habe ich mich entschlossen, die an meiner Schlossmauer entstandenen Schäden selbst zu beheben. Daher haben wir eine Bauunternehmung beauftragt, sofort nach den frostfreien Tagen die an unserer Stadtmauer vorhandenen Lücken und Schwachstellen mit Steinen und Beton so zu verschließen, dass zumindest diese Stellen für einen möglichen Einsturz nicht verantwortlich sind." Soweit Joachim Quack.

Wie es aus dem Homburger Landratsamt dazu heißt, habe sich in punkto kaputte Autos durch den "Mauerfall" die Haftpflichtversicherung des Saarpfalz-Kreises geweigert, den Schaden zu bezahlen, "und dies gleich aus mehreren Gründen". Wie Kreis-Pressesprecher Udo Steigner erläutert, habe die Versicherung bezweifelt, dass der Kreis überhaupt versicherungspflichtiger Eigentümer der Schlossmauer sei. Wie eine Katastervermessung bestätigt habe, sei der Kreis "tatsächlich in einigen Bereichen eindeutig nicht Eigentümer der Mauer". In vielen Bereichen sei das Eigentum strittig.

Der weitere Grund der Ablehnung durch die Versicherung sei, dass dem Kreis keine "schadensursächlich gewordene" schuldhafte Verletzung seiner Verkehrssicherungspflicht zu unterstellen war. Der Kreis sei bisher seiner Unterhaltungspflicht nachgekommen. Die Versicherung gehe bei dem Schadensereignis vom 14. Januar 2011 von höherer Gewalt aus, da ein Gutachter den Mauereinsturz unter anderem auch auf die extremen Witterungsbedingungen zurückführte. An der Ostmauer sei man sich der "besonderen städtebaulichen Bedeutung der Schlossmauer bewusst" und habe mit den Sanierungsplanungen begonnen. Am Montag, 27. Februar, beginne man dort mit den Sanierungsarbeiten. "Insofern braucht Herr Quack hier nicht selbst eine Firma für seinen Mauerteil zu beauftragen, da die Sanierung über den Saarpfalz-Kreis bereits beauftragt ist. Kosten kommen auf die Privateigentümer, also auch Herrn Quack, nicht zu", heißt es aus dem Landratsamt.

Auf einen Blick

Der Saarpfalz-Kreis ist sich zusammen mit der Stadt Blieskastel der Bedeutung der Schlossmauer bewusst. Wie der Kreis mitteilt, seien beide Partner im Rahmen der Städtebauförderung dabei, die Sanierung der Mauer zügig voranzutreiben. Durch neue Grenzfeststellungsverträge wollten Kreis und Stadt die Eigentumsfragen endgültig klären, damit die Mauer "weder sanierungs- noch versicherungstechnisch für Privatpersonen von Relevanz ist". ert