1. Saarland

Schleuser im Saarland: Bundespolizei im Einsatz

Kostenpflichtiger Inhalt: Fahnder im Einsatz : Nach spektakulären Fällen – Bundespolizei rückt Schleusern im Saarland zu Leibe

Flüchtlinge gerieten während ihres illegalen Transports in Lebensgefahr. Daraufhin verstärkten Ermittler die Kontrollen entlang der Grenze.

Die Bundespolizei hat ihre Vor-Ort-Präsenz in der Region verstärkt. So kam sie im ersten Halbjahr 2019 auf 277 Einsätze. Das berichtet Pressesprecher Christian Altenhofen von der Direktion in Koblenz. Sie ist für das Saarland, für Rheinland-Pfalz und Hessen verantwortlich. Die Beamten waren demnach bei Fahndungen, Fußballpartien, Demonstrationen und anderen Großveranstaltungen dabei.

Schwerpunkte an der saarländisch-lothringischen Grenze

Ein weiterer Schwerpunkt waren Kontrollen entlang der Grenzen zu Frankreich, Luxemburg und Belgien, um Schleuser auf die Schliche zu kommen. Die Fahnder waren an Autobahnen, auf Bahnstrecken, aber auch an kleineren Grenzübergängen unterwegs. Kameras, Drohnen und Helikopter gehörten zur Ausrüstung, um illegale Grenzgänger zu stoppen. Das Ergebnis: Im ersten Halbjahr gingen der Bundespolizei im Saarland trotz verstärkter Grenzkontrollen keine Schleuserbanden ins Netz. Altenhofen führt dies auf zwei Aspekte zurück: „Zum einen ist dies kein Massenphänomen. Zum anderen sprechen sich unsere Kontrollen herum.“

Mehrere Festnahmen im Vorjahr

Auslöser für die Präsenz der Ermittler insbesondere entlang der saarländisch-lothringischen Grenze waren teils spektakuläre Fälle 2018. Gleich viermal flogen Täter der „Behältnisschleusung“ auf, wie es im Amtsdeutsch heißt. So hatte die Bundespolizei am 12. April auf der A8 einen Laster mit vier illegal eingereisten Afrikanern angehalten. Am 26. September griffen Beamte in Neunkirche sechs weitere Afrikaner in einem Lkw auf.

Im Transporter drohte ihnen der Tod

Eine dramatische Befreiungsaktion folgte am 23. Oktober auf der A620 an einer Autobahntankstelle bei Saarlouis. Dort saßen fünf Iraker in einem luftdicht abgeschlossenen Kühlwagen fest. Der Fahrer war von Frankreich gekommen, wo die im Transporter gefangenen Flüchtlinge schon mit einem Mobiltelefon Alarm geschlagen hatten. Sie drohten zu ersticken und zu erfrieren.

Zuletzt erwischte die Bundespolizei am 30. November Schleuser ein weiteres Mal auf der A8 im Saarland.

Kriminalitätslage entspannt sich

Mit Blick auf die Fahndungserfolge spricht Altenhofen von „rückläufiger Kriminalitätslage“. Der verstärkte Einsatz von zeitweise mehr als 600 Beamten entlang der Grenze habe zu den höheren Fallzahlen geführt. Angaben zum prozentualen Anstieg im Vergleich zu vorangegangenen Aktionen machte der Sprecher indes nicht.

Im Saarland zählte die Bundespolizei im ersten Halbjahr 1750 Fahndungstreffer, darin enthalten: 169 mit Haftbefehle gesuchter Täter. Die Ermittler nahmen im selben Zeitraum 422 Menschen fest, die illegal ins Saarland gekommen waren.