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Schimmelverdacht bei Mehltransporten

Schimmelverdacht bei Mehltransporten

Saarbrücken. Wird Mehl beim Transport mit gesundheitsgefährdenden Schimmelpilzen verunreinigt? Das ZDF Wirtschaftsmagazin "WISO" berichtete kürzlich von nicht entsprechend gesäuberten Lebensmitteltransportern, in denen Mehl mit Schimmelpilzen in Kontakt kommt. Die Reinigung der Silotanks, in denen das Mehl per Lkw transportiert wird, ist offenbar nicht klar geregelt

Saarbrücken. Wird Mehl beim Transport mit gesundheitsgefährdenden Schimmelpilzen verunreinigt? Das ZDF Wirtschaftsmagazin "WISO" berichtete kürzlich von nicht entsprechend gesäuberten Lebensmitteltransportern, in denen Mehl mit Schimmelpilzen in Kontakt kommt. Die Reinigung der Silotanks, in denen das Mehl per Lkw transportiert wird, ist offenbar nicht klar geregelt. Dabei gelten Schimmelpilze, so genannte "Mykotoxine", als stark gesundheitsschädlich und Krebs erregend. Laut Professor Mathias Herrmann, Leiter des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene am Homburger Universitätsklinikum, sind die meisten Mykotoxine extrem hitzebeständig. Auch nach dem Backen bleiben sie gesundheitsschädlich.Wie halten es nun die Mehlproduzenten mit der Reinigung der Transportfahrzeuge? Auch in Völklingen gibt es eine große Walzenmühle. Dort wollte man aber keine Stellungnahme abgeben. Laut saarländischem Gesundheitsministerium richten sich die Reinigungsvorschriften für die Mehltransporter nach der deutschen Lebensmittelhygieneverordnung. Danach muss eine Veränderung des Lebensmittels jeglicher Art ausgeschlossen werden, so ein Sprecher des Ministeriums. Die Mühlen und deren Mehltanks werden in Intervallen von drei bis 18 Monaten auf die Einhaltung der Hygienevorschriften kontrolliert. Vor jedem Befüllen eines Mehltanks aber sei durch Sichtprüfung zu kontrollieren, ob eine Trockenreinigung ausreicht oder eine Nassreinigung erforderlich ist. Dies müssten die Firmen auch dokumentieren. Allerdings, so der Sprecher, liege es in der Eigenverantwortung der Mühlen, wie oft die Tanks tatsächlich gereinigt werden. Das Gesundheitsministerium sieht offenbar keinen Anlass, die Kontrollen zu verschärfen: "Durch die Gesetzgebung liegt die Hauptverantwortung, ein sicheres Lebensmittel in den Verkehr zu bringen, bei dem Lebensmittelunternehmer".

Der Verband Deutscher Mühlen nimmt das Thema Sauberkeit in den Lkws nach eigenem Bekunden "sehr ernst". Im Kampf gegen verunreinigte Silotanks sieht Hauptgeschäftsführer Manfred Weizbauer eine "dauernde hygienische Herausforderung". Aber: "Es gibt es keine Musterlösung zur Reinigung der Silotransporter, da nicht jeder Tank gleich ist und äußere Einflüsse eine große Rolle spielen", sagt Weizbauer, "die Gefahr der Kondenswasserbildung im Tank durch Temperaturdifferenzen zwischen der Innen- und der Außentemperatur ist nicht komplett zu bannen." Nachbessern müsse man vor allem in puncto Reinigungsintervalle der Silotanks. Deshalb überarbeite man gerade die "Hygieneleitlinien für Getreidemühlen", um den Unternehmen einen strukturierten Arbeitsablauf an die Hand zu geben. Vor jeder Befüllung der Tanks soll demnach eine Sichtkontrolle durchgeführt werden, diese werde dokumentiert, und anschließend solle entschieden werden, ob der Tank gereinigt werden müsse oder nicht. Allerdings warnt Weizbauer vor Panikmache und verweist auf hohe Hygienestandards in der Mehlherstellung: "Die Mühle ist ein geschlossenes System." Außerdem könnten es sich Großkunden gar nicht leisten, Kompromisse bei der Sauberkeit ihrer Produkte zu machen.