1. Saarland

Schausteller aus Leidenschaft

Schausteller aus Leidenschaft

Neunkirchen. "Keine Sonne", antwortet Karl Schilling spontan auf die Frage, was denn eigentlich das beste Kirmeswetter sei. "Und kein Regen", fügt der 52 Jahre alte Homburger hinzu. Seit 7 Uhr ist er auf dem Neunkircher Festplatz Eisweiher zugange, um seine Schießbude aufzubauen. Seit mehr als 30 Jahren ist Karl Schilling Schausteller, hat den Familienbetrieb übernommen

Neunkirchen. "Keine Sonne", antwortet Karl Schilling spontan auf die Frage, was denn eigentlich das beste Kirmeswetter sei. "Und kein Regen", fügt der 52 Jahre alte Homburger hinzu. Seit 7 Uhr ist er auf dem Neunkircher Festplatz Eisweiher zugange, um seine Schießbude aufzubauen. Seit mehr als 30 Jahren ist Karl Schilling Schausteller, hat den Familienbetrieb übernommen. Trotz aller Schwierigkeiten, die der Beruf in den vergangenen Jahren mit sich gebracht hat, hat er immer noch Freude daran. "Wenn es nur ums Geld ginge, würde ich das bestimmt nicht mehr machen."Auf dem Platz gegenüber fließt in der tropisch-warmen Luft der Schweiß in Strömen. Volker Dietz und seine Männer bauen gerade das Karussell "Kindertraum" auf. Wie Schilling stammt Dietz aus einer alten Schaustellerfamilie: "Im Dezember wird die siebte Generation geboren", sagt er stolz. Stolz ist er auch auf das Fahrgeschäft, dessen Kern schon 100 Jahre alt ist und damit vermutlich das älteste Kinderkarussell im Saarland. Rundherum wurde natürlich alles immer wieder auf den neuesten Stand gebracht, so wie die kleinen Fahrzeuge, in denen die Kinder ihre Runde drehen werden. Die ständige Modernisierung der Fahrgeschäfte ist nur einer der Kostenpunkte, die die Schausteller "erdrücken", wie es Dietz formuliert. "Sprit, Strom, Personal, der Anschluss für Strom, die Standgebühren", zählt Dietz auf, "da passen die Einnahmen schon lange nicht mehr zu den Ausgaben." Denn man könne die Unkosten auch nicht auf die Gäste umlegen.

Einen enormen Aufwand haben auch Carmen und Dominik Bügler aus Bad Kreuznach, die gerade mit ihrer mobilen Stalleinheit auf dem Festplatz eintreffen. Sie betreiben den "Reitpalast", ein "wunderschönes Fahrgeschäft", wie die Kirmeskollegen auf dem Eisweiher neidlos anerkennen. Die Büglers haben die Verantwortung für 22 Ponys - 12 von ihnen sind in Neunkirchen im Einsatz - und nehmen diese nach eigenen Worten "sehr ernst". Das schöne Fahrgeschäft mit den handgemalten, nostalgischen Bildern, sei das eine. "Aber das Wichtigste ist, dass die Tiere gut untergebracht und versorgt sind," sagt Dominik Bügler, der mit Sohn und Bruder eine verblüffend effektive, fahrende Stallkonstruktion gebaut hat. Der "Reitpalast" sei wirklich eine Zierde für die Neunkircher Kirmes, bestätigen Ingo Wilms und Ralf Günther. Die beiden Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes sind für die rund 60 "Beschicker" zuständig, sorgen seit Dienstag voriger Woche dafür, dass die Kirmes bis Dienstagabend reibungslos über die Bühne geht. Die Besucher dürfen sich wieder auf einige Attraktionen wie Alpha 1, den Break-Dancer oder ganz neu, das "Chaos" freuen.

Auf einen Blick

 Volker Dietz und sein Team bauten gestern das Fahrgeschäft "Kindertraum" auf. Fotos: Thomas Seeber
Volker Dietz und sein Team bauten gestern das Fahrgeschäft "Kindertraum" auf. Fotos: Thomas Seeber

Die Neunkircher Kirmes wird am Freitag, 26. August, um 19 Uhr offiziell mit dem Fassbieranstich eröffnet. Die Fahrgeschäfte sind schon vorher in Betrieb. Ab 20 Uhr spielen im großen Festzelt "Take Five". Zirka 22.30 Uhr großes Feuerwerk. Am Samstag ab 20 Uhr Musik mit Elliot. Am Sonntag treten um 15 Uhr "Die Filsbacher" im Festzelt auf und am Montag wieder um 11 Uhr. Am Dienstag sind ab 15 Uhr "Die zwei Spitzbuam" zu Gast. Im kleinen Festzelt ist an allen Tagen (außer Dienstag) Unterhaltung mit Fatma K. Am Dienstag, 30. August, ist zum Abschluss Familientag mit Kinderfest und ermäßigten Fahrpreisen. red