1. Saarland

Schauspieler und sterbende Schwäne

Schauspieler und sterbende Schwäne

Wir haben es am Wochenende wieder erlebt: Tatort war das Riegelsberger Stadion. Aber es passiert natürlich auch runter bis in die B-Klasse. Nach einem Zweikampf geht ein Spieler schreiend zu Boden, wälzt sich vor Schmerz. Streckt den Arm wie ein Ertrinkender in die Luft und signalisiert damit seiner Bank, dass sie schon mal den Rettungshubschrauber bestellen soll

Wir haben es am Wochenende wieder erlebt: Tatort war das Riegelsberger Stadion. Aber es passiert natürlich auch runter bis in die B-Klasse. Nach einem Zweikampf geht ein Spieler schreiend zu Boden, wälzt sich vor Schmerz. Streckt den Arm wie ein Ertrinkender in die Luft und signalisiert damit seiner Bank, dass sie schon mal den Rettungshubschrauber bestellen soll. "Warum ich? Warum muss ich schon so jung sterben?" Eine Erstbehandlung durch den Masseur - wir vermuten mit Weihwasser oder Wasser aus Lourdes - scheint zu helfen, der Schwerverletzte kann aufstehen.Immer noch schrecklich leidend, humpelt er an die Außenlinie, um dann sofort wild gestikulierend den Schiedsrichter auf seine Wunderheilung aufmerksam zu machen. Kaum wieder auf dem Platz, setzt er zum Sprint an. Diese Schauspieler machen es unmöglich, einen wirklich Verletzten von einem Simulanten zu unterscheiden.Warum tun sie das? Wollen sie zeigen, wie hart im Nehmen sie sind? Dann sollten sie sich mal anhören, was die Zuschauer sagen... Schauspieler und Weichei sind noch die harmlosesten Worte. Nur wenn ein Spieler sich nach einem üblen Tritt dreimal überschlägt, aufspringt und sofort weitermacht, zollt ihm der Zuschauer Respekt und sagt: "Ist das ein harter Kerl!"