Scharfe Zungen und viel Humor

Scharfe Zungen und viel Humor

St. Wendel. Einen satirischen Jahresrückblick 2012 erlebten Besucher des Impuls-Forums am vergangenen Freitag gemeinsam mit dem Kabarettduo Brunner und Barscheck. Auf der Bühne wie im Leben ist Brunner, alias Peter Tiefenbrunner, Computerfreak, Besserwisser, Beziehungsalbtraum und notorisches Schandmaul

St. Wendel. Einen satirischen Jahresrückblick 2012 erlebten Besucher des Impuls-Forums am vergangenen Freitag gemeinsam mit dem Kabarettduo Brunner und Barscheck. Auf der Bühne wie im Leben ist Brunner, alias Peter Tiefenbrunner, Computerfreak, Besserwisser, Beziehungsalbtraum und notorisches Schandmaul. Seine langjährige Nachbarin Barscheck (Barbara Scheck) gibt ihm heftig contra und versucht seine verqueren männlichen Ansichten mit weiblichem Scharfsinn und dem dazugehörigen Kampfgeist wieder zurechtzurücken.Bester Anlass für eine neuerliches Streitgespräch zwischen den beiden war da natürlich das fast vergangenen Jahr, das sie im Impuls-Fourm noch einmal Revue passieren ließen. Dabei wurden weder Geburtstage noch Jahres- oder gar Todestage außer Acht gelassen, von der Biene Maja bis zu den Rolling Stones wurden alle bedacht. Ein jeder bekam mit scharfer Zunge sein Fett weg, egal ob Angela Merkel - von Brunner voller Sarkasmus als Eurodomina bezeichnet - oder der Papst.

Monat für Monat arbeiteten sich Brunner und Barscheck durch das Jahr und riefen Kuriositäten und Ärgernisse erneut in Erinnerung. So wurden zum Beispiel der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff und sein Rücktritt im Februar zum großen Thema. Ist er Opfer oder Täter, war der Rücktritt wirklich nötig? Alles Fragen, auf deren Antwort sich das ungleiche Duo nicht wirklich einigen konnte. Eines aber war für Brunner klar: "Die Frage ist doch: Wozu braucht man den überhaupt?" Und da stimmte Barscheck dann auch ausnahmsweise mal zu. Alles was er tun könne, täten ja ohnehin andere. Joseph Ratzinger hält die Weihnachtsrede und als Moralinstanz und Oberlehrer der Nation habe man ja immer noch Günter Grass. Letzterer geriet dann auch - by the way - wegen seines Gedichtes "Was gesagt werden muss", das im April für großes Aufsehen sorgte, in das Schussfeld der beiden Kabarettisten.

Doch nicht nur Literatur und Politik wurden von Brunner und Barscheck einmal genauer unter die Lupe genommen. Auch Film und Fernsehen blieben nicht von dem Humor des Duos verschont. Das Dschungelcamp verlegten sie für die Zukunft kurzerhand von Australien nach Griechenland und die Ermittler des Verfassungsschutzes wurden zu den "germanischen James Bonds", die Brunner dann aber doch herbe enttäuschten, weil sie anstatt guter Geheimagentenaction doch nur Zeitung lesen und Gespräche auswerten würden.

Und auch vor dem Saarland machte man nicht halt. Hier waren es vor allem die langen Sondierungsgespräche zwischen Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und Heiko Maas (SPD), die das Duo auf die Palme brachten. "Und worum ging es letztlich? Nur um den frühen Wahltermin!" konstatierte Brunner empört, während Barscheck leichthin ergänzte: "Der Frühling konnte kommen, die Grünen gehen."

So traf es an diesem Abend im Impuls-Forum alles und jeden. Von der Erderwärmung über die Benzinpreise bis hin zum Betreuungsgeld ließen Brunner und Barscheck kein Thema aus und werteten in ihrem Jahresrückblick mit scharfer Zunge und viel Humor.