1. Saarland

Schandmaul musste umziehen

Schandmaul musste umziehen

Die Besucher des sehr gut besuchten Hexentanzfestivals am Bostalsee mussten am Sonntag auf die große Show der Topbands verzichten. Eine heftige Windböe hatte die Hauptbühne beschädigt, sie wurde gesperrt. (wir berichteten). In einer abgespecktem Form zog der Veranstalter das Festivalprogramm nach über dreistündigem Leerlauf ab dem Nachmittag im Musikpavillon und mit einer Zeltbühne durch.

Bosen. Kurz vor 16 Uhr am vergangenen Sonntag ist das Festivalgelände am Bostalsee verwaist. "Aufgrund von höherer Gewalt (Sturmwarnung) findet das Festivalprogramm auf dem Mittelaltermarkt statt", stand auf den Plakaten, mit denen die veranstaltende Werner Schulz GmbH aus Mainzweiler die Besucher informierte. Etwa fünf Stunden zuvor waren laut Veranstalterangaben Windböen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 110 Kilometern pro Stunde über das Gelände hinweggefegt und hatten dabei unter anderem die Hauptbühne beschädigt. Nach einer Kontrolle wurde die Bühne aus Sicherheitsgründen für den Rest des Tages gesperrt.Veranstalter Frank Schulz entschloss sich, das Festivalprogramm ab 17 Uhr mit den vier Hauptbands des Tages, Welle: Erdball, Schandmaul, Coppelius und Saltatio Mortis im Musikpavillon und in einem Zelt mit Bühne hinter der stillgelegten Hauptbühne fortzusetzen. Für die beiden wesentlich kleineren Bühnen wurde ein neue Technik benötigt. Standbetreiber und Händler erhielten für den erlittenen Ausfall einen Teilbetrag ihrer Standgebühr erstattet. Den drei Bands, die am Nachmittag hätten auf der Bühne stehen sollen, sagte er gegen Bezahlung ab. Zudem wurde der Preis der Tageskarten von 44 Euro auf 25 Euro gesenkt. "Wir haben finanzielle Einbußen einstecken müssen", bilanzierte Schulz.

Die Walpurgisschlacht und das zweitägige Hexentanzfestival waren gut besucht, und deshalb war der Campingplatz ausgebucht. "Wir hätten den Festivaltag nicht nachholen können. Viele Leute nehmen eine weite Anreise auf sich, deshalb haben wir den Tag so durchgeführt", sagte Schulz und ergänzte: "90 Prozent der Festivalbesucher haben unsere Entscheidung positiv aufgenommen, auch den verspäteten Beginn."

Was Besucher Matthias Jeck aus Ludwigshafen bestätigte. "Die Sicherheit sollte an erster Stelle stehen. In Anbetracht dieser Tatsache wurde alles gut gelöst", fand er. Eine gegenteilige Meinung vertrat Heike Jochum beim Auftritt der erfolgreichen Mittelalter-Rockband und Hauptband Schandmaul im Musikpavillon. " Wer 20 Meter weg von der kleinen Bühne in der Menschenmenge steht, sieht doch fast nichts", beklagte die Mannheimerin. Eine Band wie Schandmaul dort spielen zu lassen, gehe gar nicht.

 Mono Inc. stand am Samstag auf der Hauptbühne des Hexentanzfestivals. Foto: David Funk
Mono Inc. stand am Samstag auf der Hauptbühne des Hexentanzfestivals. Foto: David Funk

Schandmaul-Frontmann Thomas Lindner fand die beengten Bühnenmaße keineswegs nachteilig. "Sicherheit geht über alles", sagte er. Wer nicht rechtzeitig einen Platz für den Auftritt von Coppelius im Zelt ergattern konnte, der hatte dort wie beim Auftritt von Welle: Erdball das Nachsehen. "Es ist jammerschade, dass es so gelaufen ist, aber die Auswahl der Bands hat gepasst", zog Tim Seibel aus Bingen eine persönliche Bilanz. In diesem Jahr präsentierte das Festival eine gelungene Mischung aus Mittelalter- und Gothic-Rock wie elektronischen Klängen. Zu den Höhepunkten am Samstag zählten die Konzerte von Mono Inc. und ASP.