1. Saarland

Schampel klappt sein FCS-Buch zu

Schampel klappt sein FCS-Buch zu

Jörg Schampel hat mit dem 1. FC Saarbrücken viel erlebt. Nach elf Jahren im Amateur- und Jugendbereich hört der Trainer im Sommer auf. Es war die Entscheidung des Vereins, mit der Schampel aber „sehr gut leben“ kann.

Elf Jahre hat Jörg Schampel als Trainer im Amateur- und Jugendbereich beim Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken gearbeitet. Im Sommer wird Schampel, der in dieser Saison wieder für das U17-Regionalliga-Team verantwortlich ist, den Verein verlassen. "Jugendleiter Jan Berger hat mir die Entscheidung des Vereins mitgeteilt, dass man nicht mehr mit mir weitermachen möchte", sagt Schampel nahezu emotionslos: "Nach so langer Zeit denkt man selbst schon daran, ob man nicht einmal eine neue Herausforderung braucht. Darum kann ich damit sehr gut leben."

Als E-Jugend-Trainer hat Schampel 2002 bei den Blau-Schwarzen angefangen. Nach vier Jahren bei der D-Jugend übernahm er die zweite Mannschaft in der Saarlandliga. "Das war damals nach dem Zwangsabstieg", erinnert sich der 52-jährige Versicherungskaufmann an turbulente Zeiten. "Das war eine echte Feuertaufe für einen Jugendtrainer. Wir haben mit einem ganz kleinen Kader eine richtig gute Saison gespielt. Aber besonders über die Zusammenarbeit mit den Cheftrainern Michael Krüger und Alfred Kaminski könnte man ein Buch schreiben." Die Frage, ob viele positive Geschichten drinstehen würden, beantwortet er mit einem vielsagenden Lächeln. "Besonders die ersten Jahre beim FCS waren interessant", leitet der Inhaber der Trainer-A-Lizenz das Gespräch wieder auf die Jugendarbeit. "Damals haben wir an vielen großen nationalen und internationalen Turnieren teilgenommen und dabei den Ruf der Jugendarbeit in Saarbrücken deutlich aufpoliert."

Einer der Jungs, die damals durch Schampel den Weg zum FCS fanden, ist Johannes Wurtz, der derzeit vom Bundesligisten Werder Bremen an Zweitligist SC Paderborn ausgeliehen ist. "Jojo hatten wir bei einem Turnier in Kitzbühel das erste Mal dabei", erzählt Schampel und nennt weitere Talente, die bei ihm trainiert haben: "Florian Ballas, der heute zum Profi-Kader von Hannover 96 gehört. Oder die Elversberger Kevin Feiersinger und Gianni Gotthardt. Aber auch Jaron Schäfer und Artur Schneider vom jetzigen FCS-Kader haben bei mir gespielt."

Zum Abschluss seiner Zeit beim FCS will Schampel das erreichen, was ihm in den vergangenen vier Jahren verwehrt blieb: der Aufstieg in die B-Junioren-Bundesliga. "Die Regionalliga-Meisterschaft und die damit verbundene Qualifikation für die Relegationsspiele ist und bleibt das Ziel", sagt der Riegelsberger. Zwei Mal war er mit seinen Mannschaften in der Relegation gescheitert, jeweils einmal musste er dem Nachwuchs des FSV Mainz 05 und des 1. FC Kaiserslautern in der Liga den Vortritt lassen.

Wie es nach dem Sommer weitergeht, weiß Jörg Schampel noch nicht. Angebote gab es in den vergangenen Jahren genug. Auch von größeren Vereinen mit Nachwuchsleistungszentren. "Ich habe hier meine Familie und meine berufliche Existenz", begründet Schampel, warum er bislang das Saarland nicht verlassen hat: "Aber ich muss nicht weiter Nachwuchsarbeit leisten. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, im Aktivenbereich tätig zu werden. Ich warte einfach ab, was sich anbietet." Schampels Nachfolge beim FCS wird höchstwahrscheinlich Ex-Stürmer Michael Petry antreten.