1. Saarland

Sanierungen trotz Carré-Problem

Sanierungen trotz Carré-Problem

Völklingen. Vieles ist schon gesagt worden in der Debatte um die Finanznöte, in die die Gemeinnützige Städtische Wohnungsgesellschaft (GSW) beim Neubau des Völklinger Carré an der Ecke Poststraße/ Bismarckstraße geraten ist (wir haben berichtet). Dennoch ist manches bisher noch offen geblieben - wir haben nachgefragt

Völklingen. Vieles ist schon gesagt worden in der Debatte um die Finanznöte, in die die Gemeinnützige Städtische Wohnungsgesellschaft (GSW) beim Neubau des Völklinger Carré an der Ecke Poststraße/ Bismarckstraße geraten ist (wir haben berichtet). Dennoch ist manches bisher noch offen geblieben - wir haben nachgefragt. Im vorigen Jahr hatte GSW-Geschäftsführer Dieter Füchsle neben der geplanten Investition in den Carré-Neubau auch umfangreiche Sanierungen des Altbaubestandes angekündigt. 1,5 Millionen Euro, so Füchsle damals, seien dafür vorgesehen. Haben die Probleme mit dem Carré die Sanierungen beeinflusst? Musste dabei womöglich gespart oder aufgeschoben werden? Nein, antwortet Füchsle, beides habe nichts miteinander zu tun. Für die Sanierungen sei ein Bankkredit von 1,2 Millionen Euro geflossen und 2009/ 2010 wie geplant investiert worden. Allein 620 000 Euro habe etwa die Betonsanierung an einem Wehrdener Hochhaus gekostet. Der Stadtrat hat am vergangenen Dienstag beschlossen, das Eigenkapital der GSW um 1,1 Millionen Euro aufzustocken, und zwar per Sonderkredit für die Attraktivierung der Innenstadt. Für diesen Zweck darf Völklingen jährlich 1,5 Millionen Extra-Schulden aufnehmen, das hat das Innenministerium der Stadt bewilligt - der entsprechende Sonderkredit-Betrag für 2010 ist damit also fast aufgebraucht. Hat das Folgen für andere kommunale Innenstadt-Projekte? Wurde die Summe womöglich anderswo abgezogen, um die GSW-Rettungsaktion möglich zu machen? Nein, antwortet Oberbürgermeister Klaus Lorig: "Der Sonderkredit war für dieses Jahr nicht belegt", also nicht verplant. Beim City-Center, das anstelle des ehemaligen Kaufhofs entstehen soll, sei zunächst der private Investor am Zug. Erst wenn der die ersten Schritte zu Abriss und Neubau getan habe, seien kommunale Investitionen - zum Beispiel für eine neue Verkehrsanbindung der Fläche - fällig; also erst im nächsten Jahr.

Auf einen BlickGegründet wurde die Gemeinnützige Städtische Wohnungsgesellschaft (GSW) 1983 mit dem Ziel - so sagt es Altbürgermeister Fritz Diehl (SPD), damals Fraktionsvorsitzender im Stadtrat -, "den städtischen Wohnungsbestand in Ordnung zu bringen", der sanierungsbedürftig gewesen sei. Später kamen städtebauliche Ziele hinzu. Die Mieter der rund 700 GSW-Wohnungen, so Geschäftsführer Dieter Füchsle, zahlen im Durchschnitt 3,69 Euro Miete pro Quadratmeter; die Leerstandquote liege bei 13 Prozent. dd