1. Saarland

"Sanierung muss schnellstens beginnen"

"Sanierung muss schnellstens beginnen"

Sulzbach/Quierschied. "Selbstverständlich ist auch die Sulzbacher Linke für den Erhalt des Freibades." Dies betont der Ortsverband in einer Presseerklärung. Die Kommunale Dienstleistungs- Gesellschaft (KDI) musste vergangene Woche das Bad schließen, nachdem das Gesundheitsamt zu hohe Chlorwerte im Wasser festgestellt hatte (wir berichteten)

Sulzbach/Quierschied. "Selbstverständlich ist auch die Sulzbacher Linke für den Erhalt des Freibades." Dies betont der Ortsverband in einer Presseerklärung. Die Kommunale Dienstleistungs- Gesellschaft (KDI) musste vergangene Woche das Bad schließen, nachdem das Gesundheitsamt zu hohe Chlorwerte im Wasser festgestellt hatte (wir berichteten).

Es sei in dieser Situation nicht angebracht, der KDI den "Schwarzen Peter" zuzuschieben, betont Linke-Chefin Marlies Krämer. Die Gesellschaft habe das Bad erst 2007 übernommen. Zuvor seien die Stadtwerke zuständig gewesen. Schon vor 2007 seien dort die technischen Probleme bekannt gewesen. "Warum hat man nicht schon damals das Bad saniert?", fragt Krämer.

Inzwischen seien die Schäden gravierend. Eine Sanierung koste Millionen. Obwohl die Stadt Sulzbach finanziell mit dem Rücken zur Wand stehe, müssten alle Versuche unternommen werden - auch mit Hilfe des Landes - so schnell wie möglich das Geld für die Sanierung zu beschaffen. Krämer: "Unsere Bevölkerung hat ein Recht auf diese Freizeiteinrichtung, die auch der Gesundheits-Vorsorge dient." Die Sanierung müsse schnellstmöglich beginnen.

Zur aktuellen Diskussion um die Zukunft des Sulzbacher Freibades meldet sich auch Timo Flätgen aus Quierschied, Kreisvorsitzender der Jungen Union Saarbrücken-Land, zu Wort. Er erklärt: "Bei den hohen Sanierungskosten von mindestens zwei Millionen Euro ist mit Blick auf die leeren Kassen der Kommunen verwunderlich, dass die Sulzbacher Kommunalpolitiker offenbar nicht über alternative Lösungen nachdenken, wie beispielsweise eine interkommunale Zusammenarbeit." Diese müsste nicht zwangsläufig zu Beeinträchtigungen für die Bürger führen. So könnten die Sulzbacher über einen kostenlosen Bustransfer die Freibäder der Nachbarkommunen nutzen. Eine solche Variante wäre weitaus kostengünstiger als eine Sanierung für viele Millionen Euro, die von den nachfolgenden Generationen bezahlt werden müssten. Flätgen: "Gerade unter dem Aspekt der Generationengerechtigkeit müssen jetzt nachhaltige Entscheidungen getroffen werden, auch wenn sie kurzfristig vielleicht nicht so populär sind." Angesichts der demografischen Entwicklung scheine es fraglich, ob jede Kommune ein eigenes Hallen- und Freibad brauche. Zumal es gute Alternativen in den Nachbargemeinde gebe. Sulzbach sei kein Einzelfall. Auch Quierschied stehe vor ähnlichen Herausforderungen. "Es ist daher unumgänglich, neue Wege zu gehen, um unsere verschuldeten Kommunen wirksam zu entlasten", so der JU-Kreisvorsitzende. Er betont: "Wir wollen der Sulzbacher Kommunalpolitik nicht vorschreiben, wie dort entschieden werden soll. Es stimmt allerdings bedenklich, dass in der aktuellen Debatte keinerlei alternative Lösungen diskutiert werden."