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Salzbrunnenfest steht auf der Kippe

Salzbrunnenfest steht auf der Kippe

Sulzbach. Beim 18. Salzbrunnenfest im vergangenen Jahr waren die Wahlen zur Miss und zum Mister Sulzbach der absolute Knüller. Die Show kam beim Publikum gut an. So gut, dass gleich nach Ende des Spektakels Winfried Fuchs, der Chef des Verkehrs- und Heimatvereins (der VHV veranstaltet das Salzbrunnenfest), die Show auch für 2008 buchte

Sulzbach. Beim 18. Salzbrunnenfest im vergangenen Jahr waren die Wahlen zur Miss und zum Mister Sulzbach der absolute Knüller. Die Show kam beim Publikum gut an. So gut, dass gleich nach Ende des Spektakels Winfried Fuchs, der Chef des Verkehrs- und Heimatvereins (der VHV veranstaltet das Salzbrunnenfest), die Show auch für 2008 buchte. Ob es allerdings in diesem Jahr überhaupt das Salzbrunnenfest geben wird, ist äußerst fraglich. Die 19. Auflage des Festes steht auf der Kippe. Wie bei anderen Festen ist die Finanzierung der zweitägigen Sulzbacher Sause das Problem. Das bestätigt Winfried Fuchs. "In den vergangenen Jahren haben wir jedesmal rund 14000 Euro in das Fest investiert", erklärt er. Das könne sich der VHV in diesem Jahr aber nicht mehr leisten. Schon vor Jahren habe sich abgezeichnet, dass immer weniger Vereine mitmachen wollten und die Sponsoren sich immer mehr zurückziehen. Fuchs: "In den letzten zwei Jahren waren es nur noch zwischen zehn und zwölf Vereine." Dabei sei nicht das Geld für das Programm das Problem, sondern die vielen Nebenkosten. Beispielsweise für die Bühne, die Bestuhlung, die Beschallung oder den Toilettenwagen. Alleine der koste für zwei Tage 500 Euro. 4000 Euro wollte der VHV in diesem Jahr als Unterstützung von der Stadt. Doch bei der jüngsten Finanzausschuss-Sitzung des Stadtrates wurde deutlich, dass keine der vier im Rat vertretenen Fraktionen bereit war, 4000 Euro locker zu machen. Das bestätigen Rainer Latz, der Fraktionschef der SPD, und die stellvertretende CDU-Fraktionssprecherin Renate Schiel-Kallenbrunnen. Von keiner Fraktion sei ein entsprechender Antrag gestellt worden, erklären beide übereinstimmend.Latz sagt: Das Salzbrunnenfest sei das Fest der Vereine und die müssten die Fete alleine stemmen. Auch wenn das wohl die mehrheitlich Meinung in der CDU-Fraktion ist, als Erste Beigeordnete der Stadt sieht das Renate Schule-Kallenbrunnen doch ein wenig anders. Das Fest ist ihrer Meinung nach ein wichtiges Aushängeschild für die Stadt, sei immer wieder ein Publikumsmagnet, locke jedes Mal viele Gäste aus Nah und Fern nach Sulzbach. Nach Angaben von Schiel-Kallenbrunnen hat das Fest bei der Stadtverwaltung keinen hohen Stellenwert. Die Erste Beigeordnete sagt, man solle die Fete aber nicht vorschnell aufgeben. Sie erinnert daran, dass es vor Jahren auch beim Dudo-Fest Probleme gab. Doch in einer gemeinsamen Initiative von Bezirksverwaltung und Vereinen sei eine Widerbelebung gelungen: "Und das ist auch in Sulzbach möglich." Winfried Fuchs, der Chef des VHV, will das Salzbrunnenfest auch noch nicht aufgeben. "Wir haben alle Sponsoren angeschrieben und um Unterstützung gebeten," sagt er. Die endgültige Entscheidung fällt am 2. April. Dann ist VHV-Vorstandssitzung, eine Stunde später ist die Mitgliederversammlung. Sie entscheidet letztlich über die 19. Auflage der Fete. Meinung

So stemmt man kein Volksfest

Von SZ-RedakteurinMichèle Hartmann Zu geringe Beteiligung, zu hohe Kosten: Das waren schon die Gründe dafür, dass der Sulzbacher Weihnachtsmarkt im vergangenen Jahr ins Wasser fiel. Was die Beteiligung am Salzbrunnenfest angeht, so müssen die Vereine mit einem nicht zu unterschätzenden Risiko leben: Zwei Tage Regen und schon ist Schluss mit lustig. Weil die Einnahmen fehlen, um die Nebenkosten abzudecken. Ganz schnell stecken die Vereine in finanziellen Schwierigkeiten. Zudem ist es, wie oft zu hören ist, in vielen Vereinen halt so, dass die Organisation und das Betreiben der Stände stets an ein- und denselben Leuten hängen bleibt. Das Engagement lässt mehr und mehr zu wünschen übrig. Und dann fehlt's obendrein an öffentlichen Zuschüssen. Unter solchen Voraussetzungen macht's wohl wenig Spaß, ein Volksfest zu stemmen. Trotzdem: Es wäre schade, wenn die Sulzbacher auf ihr Traditionsfest verzichten müssten.