Sängerin Mouron begeisterte mit ihrem Jacques-Brel-Programm

Sängerin Mouron begeisterte mit ihrem Jacques-Brel-Programm

Saarbrücken. Jacques Brel, der Rastlose, Unersättliche sang nicht nur, er lebte seine Chansons. Im Oktober war sein 30. Todestag, Anlass für die Sängerin Mouron, sich einen lange gehegten Traum zu erfüllen

Saarbrücken. Jacques Brel, der Rastlose, Unersättliche sang nicht nur, er lebte seine Chansons. Im Oktober war sein 30. Todestag, Anlass für die Sängerin Mouron, sich einen lange gehegten Traum zu erfüllen."Brel sagt, die Leute sind unglücklich, wenn sie es nicht wagen, ihren Traum zu leben," erzählt die kleine Frau mit dem pfiffigen Kurzhaarschnitt mit charmantem Akzent am Freitag in der ausverkauften Bel Etage. Schon in ihrer Jugend war Brel für sie "Held, Leuchtturm, großer Bruder". Die lange Beschäftigung mit der Persönlichkeit des großartigen Chansonniers mag erklären, warum es Mouron gelingt, seine Lieder mit so viel Einfühlungsvermögen zu interpretieren und sein Leben in Zwischentexten aufzufächern.Mit sparsamen, aber großen Gesten, weil sie aus ihrem Inneren erwachsen, und großartiger Stimme erzählt Mouron von Liebe, Tod, Freude, Leid, Einsamkeit, Verlust und von der Sehnsucht nach Freundschaft. Ihre Stimme wird zornig, empört, beim Blick auf die bürgerlich-scheinheilige Gesellschaft. Dann wieder vibriert sie, erlischt in einem Hauch, wenn sie sich tiefen Schmerz von der Seele singt.Es ist unglaublich, wie viel Leben diese Frau, die zu den Besten ihres Fachs gehört, in einige Minuten Chanson hineinpackt. Niemals verlässt Mouron, begleitet vom begnadeten Pianisten Terry Truck, den Grat zwischen Pathos und Sensibilität. Die sparsame Ausleuchtung der Bühne und die flackernden Kerzen auf den Tischen machten die intime Atmosphäre dieses Abends perfekt. Das Publikum applaudierte begeistert. kjs

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