| 18:43 Uhr

ZDF-Fernsehgottesdienst
Nach der Messe ans Telefon

Sie gehören zu den 30, die am Sonntag nach der Messe am Telefon sitzen (von links) Bernd Hawner, Danald Wagner, Rudi Germann, Max Gindorf, Christine Hawner, Dirk Gindorf, Alfred Philippi und Herbert Germann.
Sie gehören zu den 30, die am Sonntag nach der Messe am Telefon sitzen (von links) Bernd Hawner, Danald Wagner, Rudi Germann, Max Gindorf, Christine Hawner, Dirk Gindorf, Alfred Philippi und Herbert Germann. FOTO: Thomas Seeber /
Saarlouis. Der ZDF-Fernsehgottesdienst am nächsten Sonntag kommt aus Lisdorf. Dazu wurden 30 Ehrenamtliche gebraucht - weil geschätzt um die 4000 Zuschauer nach der Messe anrufen Von Johannes Werres

Werden auch genug Menschen zuschauen? Diese Frage bewegt die Lisdorfer Katholiken bei der Vorbereitung der ZDF-Übertragung der Gemeindemesse am Sonntag, 5. August, weniger als die Frage: Wird unsere Kirche an diesem Sonntag auch voll? Sie wird es mit Sicherheit, in Lisdorf hält Kirchenbindung noch ganz gut. Zur Sicherheit aber hat die Pfarreiengememeinschaft Saarlouis links der Saar aber vorgebeugt. Alle anderen Gottesdienste (außer der Abendmesse in St. Ludwig) fallen an diesem Sonntag aus. „Verknappung“, sagt Christine Hawner augenzwinkernd. Sie organisiert die Ehrenamtlichen, die eine Fernsehübertragung dringend braucht. „Wo hätte man die in Saarlouis sonst gefunden, wenn nicht in Lisdorf?“


Um 9.30 beginnt die Live-Übertragung aus der barocken Bauernkirche St. Crispinus und St. Crispinianus. „44 Minuten 30 Sekunden isat das Zeitfenster“, sagt Hawner. Danach werden sie und neun andere Ehrenamtliche rasch die Kirche verlassen. SIe treffen sich ein paar hundert Meter weiter bei der Firma Rietmann. Denn sie sollen Telefonanrufe beantworten, die nach jedem Fernsehgottesdienst auflaufen. „Geschätzt wird, dass 4000 Zuschauer anrufen, rund 800 kommen zu uns durch“, erklärt Herbert Germann, einer der Telefonpartner. Rudi Germann: Rietmann hat uns einen Raum und zehn Telefonleitungen zur Verfügung gestellt. Das ist wirklich toll.“



Gerade im Hochsommer gehen die Menschen ihrer Sehnsucht nach vollem Leben besonders nach. Warmes Wetter lockt in den Garten, zum Wandern, Rad fahren oder Eis essen. Doch gerade im Sommer nehmen manche Menschen diese Sehnsucht mehr von ihrer unerfüllten Seite wahr, da sie vielleicht krank oder einsam sind. Dann äußert sich der Hunger nach Leben umso stärker. Pfarrer Frank Kleinjohann geht in der Predigt der Frage nach, wie der christliche Glaube darauf antwortet. Der 42-jährige meint, dass die Botschaft Jesu genau hier anknüpft und zu überraschenden Einsichten führt.

Die Vorabendmesse am Samstag, 17 Uhr wird die Generalprobe für Gemeinde und Fernsehtechnik. Und drei Tage lang werden Helferinnen 30 Fernseh-Mitarbeiter im Pfarrheim mit Essen und Getränken versorgen. Die Kirche selbst haben die Ehrenamtlichen längst auf Hochglanz gebracht. Orgelbauer Mayer hat das von ihm gestimmte Instrument, eines der besten der Region, nochmnal gestimmt. Und bis Samstag wird auch das Blumenhaus Wein aus Lisdorf, das schon Kirchen für den Papst geschmückt hat, den Raum dekoriert haben. „Man will ja einen guten Eindruck hinterlassen.“

Der indes scheint längst schon geschafft. „Die ZDF-Leute wollten zuerst in die Pfarrkirche St. Ludwig. Aber die ist für eine Übertragung zu dunkel. Sie sahen die Kirche in Lisdorf und waren begeistert. Genial, alles so offen, hell, keine Säulen verstellen den Blick. „Das ist eine klare Option, nochmal herzukommen“, habe ein Mitarbeiter gesagt, erinnert sich Danald Wagner.

Nach dem Gottesdienst lädt der MGV Lisdorf die Teilnehmer und die Techniker ein zum Sängerfest im Hof der Grundschule nebenan.

Wer die Predigt nachhören will oder eine DVD vom Gottesdienst möchte, findet das Gewünschte später auf der Internetseite der ZDF-Fernseharbeit.

www. fernseharbeit