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Weiter negativer Trend auf Arbeitsmarkt im Kreis Saarlouis

Arbeitsmarkt : Arbeitsmarkt: Zeichen deuten weiter eher auf Abschwung

Im Vergleich zum Oktober sank die Arbeitslosigkeit im Kreis Saarlouis, aber das darf nicht über die tatsächliche Entwicklung hinwegtäuschen.

„Nachdem sich bereits in den Vormonaten die ersten Spuren des konjunkturellen Abschwungs auf dem saarländischen Arbeitsmarkt bemerkbar gemacht haben, erwarte ich für die kommenden Monate einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit“ beurteilt Jürgen Haßdenteufel, Leiter der Agentur für Arbeit Saarland, die Entwicklung auf dem heimischen Arbeitsmarkt. „Gründe dafür sehe ich dabei vor allem in Entlassungen von Beschäftigten aus dem gewerblichen Bereich“. Der November zeigt erneut in diese Richtung

Die Agentur für Arbeit Saarland zählte im November 4821 Arbeitslose im Landkreis Saarlouis. Die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer ist gegenüber dem Vormonat um 182 gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat aber waren bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter 188 (4,1 Prozent) mehr Arbeitslose gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,6 Prozent und damit um 0,2 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahresmonats. Der nähere Blick belegt die Einschätzung von Haßdenteufel. Denn die beiden Zuständigkeitsbereiche, die in der Statistik zusammengefasst sind, also Agentur für Arbeit und Jobcenter, entwickeln sich unterschiedlich.

Hinter dem leichten Anstieg von 188 Arbeitslosen mehr gegenüber vor einem Jahr steckt einerseits eine Zunahme von 472 in der Zuständigkeit der Agentur für Arbeit: Das sind die beruflich Aktiven, die eher kurzfristig arbeitslos werden. Deren Zahl sank im November um 84 auf 2152 eben 472 mehr als vor einem Jahr. Bei den Jüngeren unter 25 Jahren verringerte sich die Arbeitslosigkeit gegenüber Oktober um 33 auf 234, das waren 67 mehr als vor einem Jahr. In der Altersgruppe 50plus waren 898 Personen arbeitslos gemeldet, 130 mehr als im November 2018.

Beim Jobcenter im Landkreis Saarlouis andererseits, also im Bereich Grundsicherung, ist die Arbeitslosigkeit im November um 98 auf 2669 gesunken. Das waren 284 oder 9,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. So kommt unter dem Strich, beide Bereich zusammengerechnet, die nur moderate Steigerung der Arbeitslosigkeit im Kreis zusammen.

Mehr als die Hälfte der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen ist gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits länger als ein Jahr gemeldet. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrug im November 1393. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um 64.

Und es gibt neben den Zahlen der Agentur und des Jobcenters noch eine dritte aussagekräftige Zahl: die

Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit), darin sind auch Menschen inbegriffen, die sich in Maßnahmen qualifizieren, aber keinen Job haben.

Die Unterbeschäftigung lag im Landkreis Saarlouis im November mit knapp 7520 Personen um 5,8 Prozent über dem Vorjahresniveau.

297 aller im Landkreis Saarlouis arbeitslos gemeldeten Frauen und Männer sind schwerbehindert. Das sind neun weniger als im Vorjahr. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen beträgt aktuell 6,2 Prozent. „In allen Berufsfeldern, auch in Engpassberufen, sind gut qualifizierte Arbeitsuchende mit Behinderung zu finden. Als wertvolle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sie zur Fachkräftesicherung in den Unternehmen beitragen. Ich möchte bei den Arbeitgebern der Region dafür werben, schwerbehinderten Menschen berufliche Perspektiven zu eröffnen“, ergänzt Haßdenteufel. Er erinnert daran, dass am 3. Dezember der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung begangen wird, ein von den Vereinten Nationen ausgerufener Gedenktag.

Auch von der anderen Seite gesehen bestätigte sich der Trend: Unternehmen der Region haben im November 381 Stellen neu zur Besetzung gemeldet, 50 weniger als im Vorjahresmonat. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um 11,6 Prozent.

Seit Jahresbeginn wurden 4721 offene Stellen gemeldet, 17,7 Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Aktuell stehen rund 1840 freie Jobs zur Verfügung. Die meisten Jobs gibt es in der Zeitarbeit, im verarbeitenden Gewerbe und im Gesundheits- und Sozialwesen. Auch im Handel, im Baugewerbe, im Öffentlichen Dienst und im freiberuflichen/wissenschaftlichen/technischen Dienstleistungsbereich bestanden gute Chancen.