„Weihnachtszeit ist Familienzeit“

Adventsserie : „Weihnachtszeit ist Familienzeit“

Anne Schuler und Andrea Regitz öffnen bei der Katholischen Erwachsenenbildung in Saarlouis Türchen Nummer 3.

Für Anne Schuler und Andrea Regitz von der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) Saar-Hochwald in Saarlouis ist Weihnachten vor allem ein Fest der Familie, das sie im engsten Kreise mit ihren Liebsten verbringen. „An Weihnachten versuchen wir, zur Ruhe zu kommen und die Zeit mit den Kindern und Enkeln zu genießen – wir feiern immer sehr traditionelle Feste“, erzählt Anne Schuler.

Da sie sehr religiös ist, bedeutet der Heilige Abend für sie vor allem das Warten auf die Ankunft des Herrn, eine Zeit des Innehaltens, der Ruhe und der Dankbarkeit: „Dankbarkeit für das, was man hat, steht im Vordergrund, denn man sollte die Menschen nicht vergessen, denen es nicht so gut geht wie einem selbst.“ So pflegen die Schulers zu Hause ganz bestimmte Traditionen, die sich immer wiederholen.

Angefangen vom Plätzchenbacken, an dem sich sowohl Kinder als auch Enkel beteiligen, über das gemeinsame Weihnachtssingen in der Familie bis hin zum Einläuten des Festes durch das traditionelle Erklingen der Glöckchen: „Das gemeinsame Singen ist immer eine wunderbare Sache, mein Mann spielt dann Gitarre und alle singen mit.“ Früher hatte der Sohn den Vater noch mit der Blockflöte begleitet, dafür sei er aber im Laufe der Jahre zu groß geworden, berichtet Schuler mit einem Lächeln auf den Lippen.

Der gesamten Familie ist die Einhaltung ganz bestimmter Weihnachtsrituale äußerst wichtig, so ist der Besuch der Christmette oder das gemeinsame Zubereiten des Festessens mit ihrem Mann obligatorisch. „Ich muss leider sagen, dass mein Mann noch besser kochen kann als ich“, scherzt sie. Auch beim Weihnachtsbaum rückt die Familie vom Altbewährten nicht ab. Da der Sohn schon erwachsen ist, hat Anne Schuler einmal keinen klassischen Baum aufgestellt, sondern einen aus Bambus, das hat dem Sohn gar nicht geschmeckt: „Er meinte nur, dass das kein Weihnachtsbaum ist und es so kein richtiges Weihnachtsfest sei, seitdem kommen nur noch echte Bäume ins Haus.“

Auch bei Andrea Regitz steht ganz klar die Familie im Mittelpunkt des Festes: „Seitdem ich einen Enkelsohn habe, ist die Weihnachtszeit nochmal viel schöner geworden, es ist einfach ein besonderes Fest für Kinder.“

Wichtig ist Regitz aber, dass es an Weihnachten nicht nur um Kommerz geht, wie sie es immer häufiger beobachtet: „Ich habe meine Kinder so nicht erzogen, an Weihnachten kommt es nicht nur auf die Geschenke an, sondern auf das Miteinander.“ So kann für die beiden Frauen auch Zeit, die man einem anderen Menschen widmet, ein großes Geschenk sein.

Dennoch will Andrea Regitz ihren Enkel natürlich auch beschenken und hat sich dazu etwas ganz Besonderes einfallen lassen, ein selbstgebasteltes Memory-Spiel, das sie jedes Jahr erweitert: „Ich habe in halbe Walnussschalen kleine Geschenke, wie Feuerwehrautos, Hunde, Enten, Würfel und ähnliches eingeklebt und sie ihm geschenkt.“ Ihr Enkel liebe das Memoryspiel und sei ein richtiger Memoryprofi, gegen den die Oma keine Chance mehr hat. „Ich habe danach auch erst einmal zwei Wochen damit zu tun, den Klebstoff wieder von den Händen abzubekommen“, sagt Regitz lachend.

Auch bei ihnen zu Hause wird im engsten Familienkreis gefeiert, an jedem Feiertag bei einem anderen Familienmitglied, erklärt sie. Auch bei der Arbeit bei der KEB versuchen die beiden Frauen, die Weihnachtszeit so locker und besinnlich wie möglich zu gestalten. „Wir setzen uns zur Adventszeit mindestens einmal pro Woche zusammen, trinken Tee, essen Gebäck und lesen uns besinnliche Weihnachtsgeschichten vor“, sagt Schuler. Wenn es auch ein vollgepackter Monat ist, versuchen beide, die Zeit so gut es geht zu entschleunigen.

Zudem hilft die KEB dabei, zahlreiche Veranstaltungen während der Adventszeit mitzuorganisieren und zu planen. Neben Besinnungsnachmittagen helfen sie beispielsweise dabei, Vortragsreihen und Liedernachmittage mit weihnachtlichem Hintergrund zu organisieren. Aber auch einfach einmal Zeit für ehrenamtliche Mitarbeiter zu erübrigen und mit ihnen bei einer Tasse Weihnachtstee und Plätzchen in den Räumen der KEB ins Gespräch zu kommen, ist beiden wichtig: „Für andere Menschen Zeit haben, das ist eben auch Weihnachten“, sind sich beide einig.