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Weihnachtskonzert mit Höhen und Tiefen

Weihnachtskonzert mit Höhen und Tiefen

Saarlouis. Den festlichen Auftakt zum großen Weihnachtskonzert des Kammerchors und Großen Chors des Robert-Schuman-Gymnasiums (RSG) Saarlouis sowie des Jugendsinfonieorchesters des Landkreises Saarlouis lieferte Christian Roman Gerhorst an der Orgel der Hl. Dreifaltigkeitskirche in Saarlouis-Fraulautern, die bis auf den letzten Platz besetzt war

Saarlouis. Den festlichen Auftakt zum großen Weihnachtskonzert des Kammerchors und Großen Chors des Robert-Schuman-Gymnasiums (RSG) Saarlouis sowie des Jugendsinfonieorchesters des Landkreises Saarlouis lieferte Christian Roman Gerhorst an der Orgel der Hl. Dreifaltigkeitskirche in Saarlouis-Fraulautern, die bis auf den letzten Platz besetzt war. Er spielte die Toccata aus der "Orgelsinfonie Nr. 5" von Charles-Marie Widor. Virtuos meisterte er schnelle, hohe Sechzehntel im Manual, die den Satz als Perpetuum mobile vorantreiben, kontrastiert durch markante Akkordrepetitionen in der linken Hand. Gekonnt ließ er den donnernden 32stel Oktaven im Pedal ein starkes Crescendo bis hin zum Generaltutti vorauseilen. Gut aufgestellt war auch das Kreisjugendsinfonieorchester, das Günter Donie vor mehr als 30 Jahren ins Leben rief. Welches Potenzial ihm damit zur Verfügung steht, zeigte sich bereits in der Konzertouvertüre in C, op. 101 von Mendelssohn, wegen ihrer prägnanten Trompetenrufe die Trompeten-Ouvertüre genannt. Mit großem Spieleifer führten die jungen Musiker das Hauptmotiv des einsätzigen Stücks, das als "wild und feurig, effektvoll" bezeichnet wird, durch alle Stimmen und bewiesen ihr Können. Lob gilt an dieser Stelle den Blechbläsern, die sich nicht immer so glänzend darstellten. Viel abverlangt wurde auch den Chören. So geriet das Weihnachtslied "Wachet auf, ruft uns die Stimme" bereits zur Nagelprobe. Nach endlos langem Orgelvorspiel der erste (perfekte) Einsatz. Doch schon gleich zeigten sich große Unsicherheiten, ein nächster Einsatz wurde verpasst. Gelungener war da das "Tochter Zion", das Kammerchor und Orchester verstärkten. Die geschliffenen Stimmen der jungen Damen kamen im "Puer natus in Bethlehem" von Rheinberger besonders eindrucksvoll zur Geltung. Als Solisten hatte Donie neben Gerhorst einige Instrumentalisten und Sängerinnen verpflichtet. Während das Trompetensolo von Fabienne Schultze, die in Begleitung der oft vorauseilenden Orgel "la majesté" von Telemann spielte, eher enttäuschte, begeisterte das Geigenduo Marisa Klemp und Theresa Jensen. Schwächen zeigten auch das Bläserquintett und einige Sängerinnen. Innig vorgetragen wurde von Stephanie Kessler, Sopran, Sabine Schmitt, Mezzosopran, und Julia Benedix, Alt, das "Gesu Bambino", wozu Sandra Altmeyer mit ihrer Querflöte beitrug. Zum Schluss wich wohl das Lampenfieber: Das Orchester erfüllte den Kirchenraum mit Bigband-Sound, der Kammerchor überzeugte mit dem Lied "Winter Wonderland". Ein strahlendes "Halleluja" aus dem "Messias" von Händel entließ das Publikum und alle Mitwirkenden in die Weihnachtszeit. Riesenapplaus für das Engagement der Mitwirkenden und ihres Meisters.