Zwei preisverdächtige Bauernhäuser?

Zwei preisverdächtige Bauernhäuser?

Heute nimmt eine Expertenjury zwei Bauernhäuser im Landkreis unter die Lupe. Die renovierten Häuser sind nominiert für den Landeswettbewerb "Saarländische Bauernhäuser - Zeugnisse unserer Heimat".

Michelbach/Niedaltdorf. Für den 15. Landeswettbewerb "Saarländische Bauernhäuser - Zeugnisse unserer Heimat" sind im Landkreis zwei Bauernhäuser nominiert. Das Bauernhaus von Martina und Josef Petry in der Hochwaldstraße in Michelbach und das Lothringische Bauernhaus von Maria und Edgar Cavelius in den Neunkircher Straße in Niedaltdorf. Beide bekommen heute Besuch von der Jury. Bei der Bewertung vergibt sie Punkte für Anbau, Putzstruktur, Fassadengliederung, Fenster, Türen oder Dachbedeckung. Margit Jungmann, Kulturamtsleiterin im Kreis Saarlouis, ist gespannt, wie die Jury heute Abend entscheidet. Insgesamt hatten sich im Kreis sechs Teilnehmer beworben, zwei wurden gemeldet. Saarlandweit nehmen 13 Gebäude am Wettbewerb teil.

Martina und Josef Petry stammen beide aus Schmelz, leben aber in Berlin. Zu einer ersten Besichtigung war Josef Petry aus Berlin angereist, und auch heute will er dabei sein, wenn die Landesjury am Morgen sein als denkmalschützenswert eingestuftes Bauernhaus mit Werkstatt, Scheune und Gewölbekeller der früheren Schreinerei besichtigt.

In den vergangenen Jahren hat die Familie das Bauernhaus nach und nach restauriert. Seit 2009 ist das Bauernhaus in Michelbach Treffpunkt vieler Kunstliebhaber. Regelmäßig finden hier Kunstausstellungen statt, auch Josef Petry selbst hat seine Skulpturen ausgestellt.

Das Ehepaar Cavelius hat sein 1823 gebautes Bauernhaus in Niedaltdorf seit den 70er Jahren Schritt für Schritt restauriert. Während sie darin mit vier Kindern wohnten und die Arbeit in der Landwirtschaft zu erledigen hatten.

Nach dem Krieg war das Haus nur notdürftig renoviert worden, die Familie musste erstmal alle Decken heben und den Putz abklopfen lassen. "Die Renovierung des Hauses ist ein Lebenswerk, es steckt viel Eigenarbeit in all den Kleinigkeiten", erzählt Maria Cavelius. Der jüngste Sohn ist Architekt und hat mit angepackt, etwa das alte Heugebläse in der Scheunenwand wieder zum Rondell gemauert und dafür den Sandstein rundgeschnitten. "Den Stil wollten wir nicht verändern", sagt Cavelius. Daher wurden die Fenster wieder als Holzfenster mit Holzklappläden, so wie um 1920, instand gesetzt. Ebenso die Haustür von 1910 mit ihrem schmiedeeisernen Gitter.

Eine Hilfe waren die alten Fotos vom Haus, das der Familie seit etwa 1900 gehört.

Hintergrund

Der Bauernhauswettbewerb wird vom Umweltministerium und dem Institut für Landeskunde seit 1984 aller zwei Jahre ausgerichtet. Ziel ist, das Bewusstsein um die Bauernhäuser als Kulturerbe zu stärken und alte regionaltypische Bauernhäuser durch stilgerechte Restaurierung zu erhalten. red