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Zusage für Förderung des GrenzBlickHaus Leidingen

Kostenpflichtiger Inhalt: Hier ist Europa : Der Traum vom Leidinger GrenzBlickHaus kann wahr werden

Der Ort auf der Grenze hat beste Aussichten auf Zuschüsse von Europa, Bund und Land. Gebraucht wird über eine halbe Million Euro.

Der Gemeinderat Wallerfangen hat im Haushalt 2020 die Weichen für das geplante Dorfgemeinschaftshaus (DGH) in der ehemaligen Leidinger Grundschule gestellt (die SZ berichtete). Das rund 100 Jahre alte Schulgebäude fungiert bis dato als Behelfslösung. Nachdem die Lehrerwohnung der ehemaligen Volksschule frei geworden war und damit auch der Weg, eine Sanierung der alten Schule anzugehen, wurde ebendort im Herbst 2019 das Projekt GrenzBlickHaus vorgestellt.

Die Zeit, hier etwas zu tun, drängte, denn die alte Volksschule ist marode. Ursprünglich war der Umbau der grenznahen Dorfschule zum DGH mit deutsch-französischem Charakter mit rund 800 000 Euro veranschlagt. „Das war aber sehr üppig geplant“, räumt Ortsvorsteher Wolfgang Schmitt ein. Inzwischen habe es hier einige Anpassungen gegeben: So habe man sich entschlossen, den notwendigen Behinderteneingang hinter dem Haus zu installieren. Ursprünglich war er vorne am Haupteingang geplant, was auch aus Platzgründen nur schwer zu realisieren gewesen wäre.

Inzwischen belaufen sich die voraussichtlichen Kosten auf 580 000 Euro. Natürlich kann die Gemeinde diese Sanierung alleine finanziell nicht stemmen, weshalb das Projekt auf Förderung aus Landes-, Bundes- und/oder EU-Mitteln hofft. Die wichtige Zusage vom Land, dass das GrenzBlickHaus zu 90 Prozent gefördert werde, hatte Umweltminister Reinhold Jost dann bei einem Ortstermin überbracht – zur großen Freude von Ortsvorsteher Schmitt.

Denn diese Zusage war absolut notwendig ist, damit es überhaupt losgehen kann. Der Gemeinderat hat die Bereitstellung von 58 000 Euro als Eigenanteil beschlossen, doch auch damit ist es noch nicht getan. Die übrigen 90 Prozent Fördergelder fließen nämlich nicht direkt in das Projekt. Vielmehr müsse die Gemeinde diesen Betrag als Kredit aufnehmen, erklärt Schmitt. Der Kredit werde dann über die Fördermittel wieder getilgt. Dabei dienen die zugesagten Fördermittel quasi als Bürgschaft, damit die verschuldete Gemeinde Wallerfangen einen Kredit in dieser Höhe überhaupt aufnehmen darf. Darüber wacht das zuständige Landesverwaltungsamt (LAVA) mit Argusaugen.

Vom Landkreis, ergänzt Schmitt, habe es übrigens keine Fördermittelzusage gegeben. Mit dem Landrat habe man sich in einigen Punkten – unter anderem der Erstellung eines Tourismuskonzepts – nicht einigen können, berichtet Schmitt, ohne weiter ins Detail zu gehen.

Nach der Sanierung soll ein modernes, barrierefreies Dorfgemeinschaftshaus entstehen. Ein bürgergeführter Treffpunkt und Veranstaltungsort, mit Touristen-Info und kleinem Museumsbereich, einer Küche für Veranstaltungen – kurzum eine Europäische Begegnungsstätte. Dabei soll das GrenzBlickHaus vielfältig genutzt werden für Veranstaltungen, Bürgerversammlungen, Wahlen, Bürgersprechstunden, Dorffeiern, grenzüberschreitende Veranstaltungen, Ausstellungen, durch Vereine, als Archiv und vieles mehr.

Und: „Schön wäre eine Art Bistro“, hofft Schmitt.

Ihren Eigenanteil von 58 000 Euro will die Gemeinde etwa zur Hälfte in Eigenleistung erbringen. Dabei soll vor allem der Garten selbst hergerichtet werden – für Dorffeiern und zum Boule oder Klicker spielen. „Ich bin ein großer Fan des Klickerspielens“, gibt Schmitt zu.

Aufgrund der Corona-Lage lässt sich momentan nur schwer sagen, wann die Sanierung beginnen kann. Wenn alles gut läuft, würden die Arbeiten etwa ein Jahr in Anspruch nehmen, so dass – falls im Herbst begonnen werden könne – im Herbst 2021 Eröffnung gefeiert werden könne, hofft Schmitt.

Ein bisschen geht es jedenfalls schon voran: „Die Gemeinde hat die Architektin bereits beauftragt. Das ist toll“, freut sich Schmitt.