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Wetterhhan: Wetterhahn glänzt im Blattgold-Gewand

Wetterhhan : Wetterhahn glänzt im Blattgold-Gewand

Der Hahn dreht sich wieder auf dem Turm der Rammelfanger Filialkirche „Maria Königin“. Von Blattgold eingehüllt hält er nun wieder den Schnabel in den Wind und zeigt damit dessen Richtung an. „Ein schöner Hahn“, sagte Kunstschmied Kurt Jenal bei dem Aufbau in luftiger Höhe. Etwa vier bis fünf Kilogramm wiege die Figur, zusammen mit der Drehkonstruktion sind es etwa zehn Kilogramm. Kreuz und Hahn zusammen sind etwa drei Meter hoch.

„Jede von uns hat so zehn Stunden an dem Hahn gearbeitet“, berichtete Ortsvorsteherin Gabriele Harpers. Mit ihr waren es Elisabeth Mellinger und Ute Hoen. Erst wurde auf die Figur ein spezieller Kleber aufgetragen. Der musste zwei Stunden ziehen, und dann blieben noch drei Stunden für das Auftragen und Bearbeiten des Blattgoldes.

„Eigentlich wollten wir ja nur die Schieferplatten am oberen Teil des Turms erneuern lassen“, sagte Harpers. Dort war im Jahr 2016 bei einem Sturm eine Platte herausgerissen worden. Doch bei der Reparatur zeigten sich größere Schäden – Undichtigkeiten am Dach und Fäulnis bei Traglatten der Turmverkleidung. Deshalb wurde das frühere Flachdach mit einem spitz zulaufenden Aufsatz versehen.

Bei der Begutachtung war auch das Turmkreuz aufgefallen und der verrostete Wetterhahn. Diesen Hahn hatte Dorfschullehrer Helmut Eufinger entworfen, nachdem zuvor der Entwurf eines Architekten von den Einwohnern abgelehnt worden war. Die Figur brannte der Schlosser Ignaz Bauer aus einem schweren Blech heraus.

Damals war der Hahn mit Goldbronze gestrichen, erinnerte sich Albert Hilt. Dafür war er 1960 als junger Mann sammeln gegangen. 1980 wurden umfangreiche Reparaturen am Turm ausgeführt. Dabei erhielt der Hahn einen neuen Anstrich, diesmal wurde er schwarz. „Beide Male war ich hier oben, und jetzt wieder“, sagte Hilt unterhalb des nun vergoldeten Wetterhahns.

Etwa 300 Euro sind dafür eingeplant, die mittels Spenden abgedeckt werden. Die Baumaßnahmen an dem Kirchturm belaufen sich auf 28 700 Euro. „11 500 Euro müssen wir als Eigenanteil tragen“, sagte Harpers. Und da schon mal das Gerüst stand, wurde der Turm gleich auch neu gestrichen.