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Weisweiler gibt zwei Verbünde vor

Weisweiler gibt zwei Verbünde vor

Saarbrücken/Kreis Saarlouis. Zur Einleitung des Gesprächs bei der Saarbrücker Zeitung soll Minister Georg Weisweiler ein paar Sätze zu den wichtigsten aktuellen Projekten sagen. Da nennt er die Initiative "Das Saarland lebt gesund", Bundesvergleich der Lebensmittelkontrollen, Stabstelle demografischer Wandel oder auch Ansätze, bei der Versorgung mit Arztpraxen mitzureden

Saarbrücken/Kreis Saarlouis. Zur Einleitung des Gesprächs bei der Saarbrücker Zeitung soll Minister Georg Weisweiler ein paar Sätze zu den wichtigsten aktuellen Projekten sagen. Da nennt er die Initiative "Das Saarland lebt gesund", Bundesvergleich der Lebensmittelkontrollen, Stabstelle demografischer Wandel oder auch Ansätze, bei der Versorgung mit Arztpraxen mitzureden.

Doch im Vordergrund steht - sowohl beim Eingangsstatement des Ministers als auch bei den Fragen der Redakteure - eindeutig die Krankenhausplanung. 2010 hat Weisweiler gestützt auf ein sehr detailliertes Gutachten die Linie vorgegeben: Mit Uni-Klinik Homburg und Saarbrücker Winterberg sollen zwei Häuser der höchsten Versorgungsstufe, so genannte Maximalversorger, übrig bleiben.

"Nord-" und "Südschiene"

Ein "abgestuftes Versorgungskonzept" bedeutet, dass diese beiden Häuser zu je einem Verbund gehören. Die katholischen Krankenhäuser in Trägerschaft der Marienhaus GmbH und Cusanus Trägergesellschaft (ctt) sowie evangelische Krankenhäuser sind der Uniklinik zugeordnet. Weisweiler nennt den Bogen vom Hochwald über Saarlouis/Dillingen mit St. Elisabeth und Caritas-Krankenhaus, Lebach und St. Wendel nach Homburg "Nordschiene". Die "Südschiene" und zweiter Verbund sind die kommunale Gruppe, vor allem der SHG-Kliniken, die das Winterberg-Klinikum als Maximalversorger haben. Spezialkliniken müssten dabei nicht einem der zwei Verbünde zugeordnet sein. Das betrifft im Landkreis die Häuser in Berus und in Wallerfangen. Das Saarlouiser Krankenhaus vom DRK, im ersten Schritt keinem der zwei Verbünde zugeordnet, werde sich in Zukunft aber "sicherlich mit den beiden anderen Kliniken in Saarlouis und Dillingen abstimmen müssen", sagt Weisweiler.

Zurzeit führt der Minister zahllose Gespräche mit den Trägern. "Restriktives Umgehen mit Wunschlisten", verrät er, stütze die Gesprächsbereitschaft. Und: "Der Druck durch Kosten-Erlös-Rechnung hilft." So hofft er, nach dieser "Strukturbereinigung" von der heute im Saarland gesetzlich geforderten Detailplanung ab 2013 zur Rahmenplanung übergehen zu können. "Dann machen es die Verbünde", sagt Weisweiler und macht keinen Hehl daraus, dass ihm vernünftige Regelungen aus dem Markt heraus lieber sind als staatliche Eingriffe. < Bericht folgt.

Jeder weiß es, aber . . .

Von SZ-Redakteur

Mathias Winters

Wir sind im Saarland mit Krankenhäusern und Krankenhaus-Betten überversorgt. Das weiß jeder. Aber was soll eine Krankenhausplanung, was soll ein verantwortlicher Minister tun? Streichen, Reduzieren, Wegnehmen sind keine Tätigkeiten, für die es Beifall gibt.

Weisweilers Vorgabe der Verbünde könnte da sehr nützlich sein. Wenn Krankenhäuser zusammenarbeiten, statt zu konkurrieren, muss das den Patienten nicht schaden. Schon gar nicht, wenn dadurch Geld gespart wird. Wir wissen doch alle, dass das gesamte Gesundheitssystem fast nicht mehr zu bezahlen ist.

Gesundheitsminister Georg Weisweiler (FDP) war Gast der Saarbrücker Zeitung. Foto: Oliver Dietze.

Natürlich ist es wichtig, dass die Versorgung wohnortnah erfolgt. Das heißt aber nicht, im Fünf-Minuten-Abstand drei fast identische Angebote vorhalten zu müssen.