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"Wasser auf die Windmühlen"Quellen für die Sicherstellung der Versorgung ohne Bedeutung

"Wasser auf die Windmühlen"Quellen für die Sicherstellung der Versorgung ohne Bedeutung

Weiskirchen. Die Diskussion um die geplante Errichtung von Windkraftanlagen auf dem als Wasserschutzgebiet ausgewiesenen Schimmelkopf schlägt derzeit im Weiskircher Gemeinderat hohe Wellen. Vorausgegangen war ein Bericht unserer Zeitung, wonach der Rat der Stadt Wadern ernste Bedenken gegen die beabsichtigte Aufstellung von Windrädern in diesem ausgewiesenen Terrain geäußert hatte

Weiskirchen. Die Diskussion um die geplante Errichtung von Windkraftanlagen auf dem als Wasserschutzgebiet ausgewiesenen Schimmelkopf schlägt derzeit im Weiskircher Gemeinderat hohe Wellen.

Vorausgegangen war ein Bericht unserer Zeitung, wonach der Rat der Stadt Wadern ernste Bedenken gegen die beabsichtigte Aufstellung von Windrädern in diesem ausgewiesenen Terrain geäußert hatte. Schließlich, so hieß es dort, beziehe Wadern einen Großteil des Trinkwassers aus diesem Gebiet. Für das Weiskircher Ratsmitglied Henry Selzer (GAL) im wahrsten Sinne des Wortes "Wasser auf die Windmühlen".

Er richtete in der jüngsten Ratssitzung heftige Attacken gegen den Stadtrat Waderns und Bürgermeister Fredi Dewald. "Es ist völlig blamabel für das Waderner Parlament sowie die Verwaltung, dass sie nicht in der Lage sind, in einer öffentlichen Sitzung darüber aufzuklären, dass das Wasser, das sie aus Weiskirchen beziehen, überhaupt nicht vom Schimmelkopf kommt", urteilte Selzer.

Mit Aussagen, Wadern beziehe rund ein Drittel seines Trinkwassers von den Quellen des besagten Weiskircher Höhenzuges, lasse man die Ratsmitglieder ins offene Messer laufen. "Nun müssen wir den Finger in die Wunde legen", forderte der GAL-Vorsitzende. Allerdings sei das Thema viel zu wichtig, so dass man sich diese "Kirchturmspielchen" künftig nicht mehr leisten könne.

"Man will uns weismachen, dass wir mit dem geplanten Bau von Windrädern auf dem Schimmelkopf unverantwortlich handeln", wetterte Selzer. Dabei seien analoge Bemühungen seitens der Stadt Wadern im nur fünf Kilometer entfernten Höhenzug nahe Wadrill im Gange.

Selzer: "Das ist genau das Gleiche, nur Wadern ist noch nicht so weit wie wir." Nach seiner Ansicht hätten viele Räte und ebenso viele Bürgermeister noch nicht über die Verantwortung aber auch die Chance nachgedacht, dass die Kommunen Träger der Energiewende sein sollten.

Wolfgang Sauer (CDU) stellte fest: "Ich habe den Eindruck, dass wir in allen Diskussionen zum Thema Windkraft - sei es von Befürwortern oder Gegnern - einen sehr verantwortungsvollen Umgang gepflegt haben." Deshalb brauche man sich dieses nicht von anderen ins Aufgabenheft schreiben zu lassen.

SPD-Fraktionschef Christof Adams konstatierte: "Wir brauchen jetzt klare Signale der Genehmigungsbehörden, damit wir wissen, woran wir uns zu halten haben." Auch er äußerte seinen Unmut über die Aussagen der Waderner SPD-Fraktion und des Waderner Bürgermeisters. "Die sollten wissen, wie ihre Wasserversorgung funktioniert", meinte Adams. Es habe im Weiskircher Rat nie einen Zweifel darüber gegeben, dass jegliche Gefährdung der Trinkwasserqualität ausgeschlossen sein werde.

Rolf Klicker (CDU) forderte von allen Beteiligten die gebotene Sachlichkeit und betonte: "Für uns als Partei sind alle Auflagen und Vorgaben der Behörden bindend, soweit sie den Gesetzesvorgaben entsprechend eindeutig bestimmt sind." Das gelte ebenso für Ergebnisse anerkannter Gutachten und Untersuchungen. Klicker: "Da gibt es keinen Millimeter Platz für irgendwelche Spekulationen."Weiskirchen. In der Diskussion um das Waderner Trinkwasser hat sich Weiskirchens stellvertretender Werkleiter, Rudolf Barth, eingeschaltet. In einem Schreiben an Waderns Bürgermeister Fredi Dewald klärt er auf und bittet um Weitergabe an den Waderner Stadtrat. "Es ist richtig, dass im Bereich Schimmelkopf das Wasserschutzgebiet Weiskirchen Nord ausgewiesen ist", heißt es in dem Schriftsatz, der der Saarbrücker Zeitung in Kopie vorliegt. Allerdings sei die Starkenbornquelle wegen schlechter Wasserqualität mittlerweile aus der Trinkwasserversorgung herausgenommen.

Weitere Quellen dieses Gebietes seien noch mit maximal 20 Prozent an der Gesamtversorgung beteiligt. "Allerdings bleibt das Wasseraufkommen der Quellen für die Sicherstellung der Versorgungssicherheit ohne Bedeutung", schreibt Barth weiter. Vielmehr sei die Versorgung der Stadt Wadern mit einem derzeitigen Wasserrecht von rund 1,1 Millionen Kubikmetern Trinkwasser aus den Tiefenbohrungen im Bereich Weierweiler sichergestellt.

"Insofern sind die Quellen im Weiskircher Wald sicherlich nützlich und zu schützen, zur Herstellung der Versorgungssicherheit dienen sie aber nicht", schreibt Barth. Der Waderner Bürgermeister könne seinen Bürgern deshalb vermitteln, "dass sie in der Regel jederzeit mit ausreichendem Trinkwasser in bester Qualität versorgt werden", so Barth. owa

"Die sollten wissen, wie ihre Wasser-

versorgung funktioniert."

Christof Adams, SPD-Fraktionschef