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Wallerfangen steht umfangreiche Kanalsanierung bevor

Kommunalpolitik : Wallerfangen steht die große Kanalsanierung bevor

Über 20 Millionen Euro werden für Erneuerung fällig

Die Gemeinde Wallerfangen wird sich über die kommenden zehn bis 15 Jahre für viel Geld mit einer umfassenden Kanalsanierung in allen Ortsteilen befassen müssen. Die Verfilmung des Kanalnetzes in diesem Jahr hatte ein „ernüchterndes Ergebnis“ gebracht, erläuterte Kämmerer Joachim Lay in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Denn die meisten Kanäle stammten noch aus den Fünfziger Jahren. „Sie sind fast alle marode“, ergänzte Bürgermeister Günter Zahn, „das wird uns zehn Jahre oder eher länger beschäftigen.“

Im Wirtschaftsplan 2018 des Abwasserwerks sind deshalb 1,4 Millionen Euro für die Kanalsanierung angesetzt. Insgesamt rechnet der Kämmerer allerdings mit Ausgaben von 20 bis 25 Millionen Euro über mindestens eine Dekade.

2019 müssen die Wallerfanger dennoch weniger Kanalgebühr zahlen. Das erklärte Bürgermeister Zahn bei der Abstimmung zur Anpassung der Gebührensatzung beim Abwasserwerk. Allerdings nur auf absehbare Zeit: Weil eben neue Investitionen getätigt werden müssen, wird auch die Gebühr wieder langfristig steigen.

Abgestimmt wurde auch über die Neufassung der Abwassersatzung, also zur Entwässerung von Grundstücken und dem Anschluss an die Kanalisation. Die alte Satzung sei bereits seit 40 Jahren in Kraft, erklärte Zahn dazu. Zudem habe man bei der Kanalverfilmung manche Überraschung bei den Hausanschlüssen erlebt, „dass nämlich jeder nach Gutdünken angeschlossen“ habe, sagte Zahn. Weil manches Regelwerk sich im Laufe der 40 Jahre verändert habe, habe man nun eine Neufassung zusammengestellt, erläuterte Bauamtsleiter Thorsten Biehl: „Die Hauptänderung dabei ist, dass der Hauptanschlussnehmer eigenverantwortlich ist bis zur Grenze an das öffentliche Gelände, von da an ist das Abwasserwerk zuständig.“ Das sei „fairer, als dass sich jeder selbst kümmern muss“, ergänzte Biehl.

In derselben Sitzung stimmte der Rat außerdem über zwei Vergaben bei der Kanalsanierung im Ortsteil Wallerfangen ab, zum Einen über Kopflöcher, zum zweiten über das sogenannte Inliner-Verfahren, bei dem Kanäle von innen verfestigt werden, also kein Aufgraben nötig ist. Alle Beschlüsse wurden einstimmig beschieden, bei jeweils einer Enthaltung von Stefan Molitor, CDU.