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Wallerfangen als Pionier für Bürgerbus ausgewählt

Kostenpflichtiger Inhalt: Ehrenamt : Der erste Bürgerbus im Kreis Saarlouis soll auf dem Gau rollen

Die Gemeinde Wallerfangen wurde vom Verkehrsministerium als Bürgerbus-Pionier ausgewählt – als einzige im Kreis Saarlouis.

Ehrenamtliche Fahrer, die mit einem Kleinbus ältere Damen zum Seniorennachmittag; Bedürftige zur Tafel oder die Kinder auf dem Saargau zum Turnen bringen: In der Gemeinde Wallerfangen könnte schon bald der erste Bürgerbus im Landkreis fahren.

Das saarländische Verkehrsministerium hatte im Herbst 2019 mit seinem Wettbewerb „Bürgerbus – Neue Wege fahren“ nach Gemeinden und Initiativen im Saarland gesucht, die Bürgerbus-Pioniere werden wollen. 20 Bewerbungen wurden dafür eingereicht. Der Zuschlag für eine mögliche Förderung ging schließlich an die Gemeinden Wallerfangen, Großrosseln, Gersheim, Eppelborn und Mandelbachtal.

Zur großen Freude des Wallerfanger Bürgermeisters Horst Trenz: „Wir haben mit unserer Präsentation offenbar Eindruck gemacht.“ Die Gemeinde hatte sich gemeinsam mit dem noch jungen Nachbarschaftsnetzwerk Wallerfangen beworben, das im Haus der Generationen angesiedelt ist.

Wallerfangen ist damit die einzige Gemeinde im Kreis Saarlouis, die ausgewählt wurde. Bei der Entscheidung spielte die Unterstützung durch die Gemeindeverwaltung eine wichtige Rolle, teilt das Ministerium mit. Auch vorhandene Vereine und Strukturen oder Bürger, die sich in das Projekt einbringen wollen, wurden positiv berücksichtigt.

Denn das Ehrenamt in den kleinen Orten soll gefördert, der ländliche Raum soll gestärkt werden. „Alle Bürger können sich einbringen und profitieren, auch alle Vereine und Institutionen“, betont Trenz. „Das Ehrenamt ist dabei eine wichtige Säule. Zum Teil haben wir schon Interessenten, aber auch die Gewinnung weiterer wird gefördert.“

Denn die Förderung besteht in einer Kombination von Coaching und finanzieller Unterstützung: Die Unterstützung umfasst Beratungs-, Informations- und Schulungsleistungen bis zu 18 000 Euro. Darüber hinaus gewährt das Verkehrsministerium eine Gesamtförderung von bis zu 9000 Euro für Kauf oder Leasing eines Fahrzeugs und bis zu 8000 Euro Förderung für Organisationskosten, die rund um den Betrieb des Bürgerbusses anfallen.

Verkehrsministerin Anke Rehlinger erklärte dazu: „Gerade dort, wo es Lücken im ÖPNV-Angebot gibt und ein vorhandener Bedarf nicht bedient werden kann, können Bürgerbusse den bestehenden Nahverkehr sinnvoll ergänzen. Insbesondere für viele ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen, die in schlecht angebundenen Orts- oder Stadtteilen leben, bedeuten Bürgerbusse ein Mehr an Daseinsvorsorge und Teilhabe.“

Kleines Trostpflaster für alle Bewerber, die diesmal leer ausgingen: Die restlichen Kommunen, deren Bürgerbusprojekte zu diesem Zeitpunkt nicht gefördert werden können, werden berücksichtigt und informiert, sobald sich neue Fördermöglichkeiten ergeben, erklärt das Ministerium. Unter anderem hatte sich die Gemeinde Rehlingen-Siersburg beworben.

 In Wallerfangen muss nun noch der Gemeinderat formell zustimmen, außerdem müssen sich genug ehrenamtliche Fahrer finden. „Der Bedarf ist auf jeden Fall da, gerade bei Älteren“, ist sich Trenz sicher, „sowohl auf dem Gau als auch unten im Ortskern.“