Von Theley ab in die ganze Welt

Theley. Seit mehr als vier Jahren sammeln die Christen am Schaumberg im St. Wendeler Land und darüber hinaus Gebrauchtgegenstände und -textilien, um diese bedürftigen Menschen zukommen zu lassen. Ein weiteres Mal haben die Freiwilligen in Theley nahe dem Gewerbegebiet zwei Container mit solchen Hilfsgütern zum Transport in Krisengebiete verabschiedet

Theley. Seit mehr als vier Jahren sammeln die Christen am Schaumberg im St. Wendeler Land und darüber hinaus Gebrauchtgegenstände und -textilien, um diese bedürftigen Menschen zukommen zu lassen. Ein weiteres Mal haben die Freiwilligen in Theley nahe dem Gewerbegebiet zwei Container mit solchen Hilfsgütern zum Transport in Krisengebiete verabschiedet.Insgesamt haben in der Geschichte des gemeinnützigen Vereins mit seinen rund 30 Mitgliedern bereits sieben Container die Lagerhalle in Theley verlassen. Angefangen habe das Ganze vor vier Jahren als private Sammelstelle in einem Abstellraum, erinnert sich Uschi Keller, die von Anfang an dabei war. "Aus dem einfachen Wunsch heraus, Bedürftigen zu helfen, ist unser Projekt entstanden. Die Hilfsbereitschaft vieler Menschen war so enorm, dass wir uns in kurzer Zeit auf ein Vielfaches vergrößern konnten", erzählt sie stolz. Ganze Container werden mittlerweile in Krisengebiete geschickt - voll beladen mit Dingen, die hier zu Lande nicht mehr gebraucht werden, anderswo aber dringend vonnöten sind. Dazu gehören warme Kleidung, Decken und Möbel, aber auch medizinische Güter, wie Krankenhausbetten, Rollstühle oder Gehhilfen.

Zunächst werden die Sachspenden in der Theleyer Lagerhalle untergebracht, wo Mitglieder des Vereins die Bestandsaufnahme übernehmen. Reichen die vorhandenen Güter aus, um damit einen Container zu füllen, fordert der Vorsitzende des Vereins, Josef Keller, einen solchen beim Global Aid Network (GAiN) an. Diese Organisation übernimmt den Export von Hilfsgütern aus ganz Deutschland. Der Transport zur Logistikzentrale des globalen Hilfsnetzwerkes in Gießen geschieht per Sattelschlepper. "Von dort aus wird die Fracht in die ganze Welt transportiert", erklärt Josef Keller. "Und 'in die ganze Welt' darf wörtlich verstanden werden", stellt der Mitbegründer der Aktion klar.

Wo genau ein Großbehälter lande, hänge davon ab, wo dessen Inhalt gerade am dringendsten gebraucht werde. So würden Container, die überwiegend leichte Kleidung enthielten, beispielsweise nach Kolumbien überführt und solche mit Wintersachen unter anderem nach Lettland befördert. Akute Krisengebiete wie aktuell Haiti zählen selbstverständlich auch zu den Bestimmungsländern. Das tatsächliche Ziel beschließen die Mitarbeiter von GAiN.

Neben den Sachspenden sei aufgrund der immensen Transportkosten vor allem finanzielle Unterstützung zu gebrauchen. Da die rund 5000 Euro pro Großbehälter ausschließlich durch Geldspenden gedeckt werden könnten, seien diese unabdingbar, so Keller.

Er sei fest von der Seriosität des Global Aid Network überzeugt, weshalb er die Verantwortung für die Hilfsgüter besten Gewissens in dessen Hände übergebe. Kellers Ansprechpartner bei GAiN, Thomas Steffen, versichert auf SZ-Nachfrage: "Unsere Partner in jedem Projektland sind dazu verpflichtet, uns regelmäßig über den Umgang mit den Sachspenden zu berichten. So oft wie möglich überzeugen sich Vertreter unserer Organisation persönlich davon, dass alles da ankommt, wo es gebraucht wird".

Bereits im Dezember soll der nächste Container die Tore der kleinen und doch wirkungsvollen Theleyer Hilfsorganisation verlassen. Nach Absprache nimmt der Verein Christen am Schaumberg Textil-, Gegenstands- und Geldspenden gerne entgegen. moh

Kontakt: Christen am Schaumberg e.V., Josef Keller, Tel. (0 68 53) 49 87 oder auf der Internetseite.

gain-germany.org