| 21:10 Uhr

Rammelfanger Schloss
Vom Heuboden zum schmucken Raum

Silvia Hemmerling und Wolfgang Meunier vor der neuen Galerie im Schloss in Rammelfangen.
Silvia Hemmerling und Wolfgang Meunier vor der neuen Galerie im Schloss in Rammelfangen. FOTO: Thomas Seeber
Rammelfangen. „Eine Bereicherung über die Gemeindegrenzen hinaus“ – diesem Lob verspricht das renovierte Schloss in Rammelfangen gerecht zu werden. Von Jutta Stamm

GIMS ist das Logo für „Galerie im Schloss“. Ob da nicht eine Assoziation zum saarländischen Gims, der Lust, gestiftet wurde? Das passt. Im Landschlösschen Dusard de Vigneuilles am Ortseingang von Rammelfangen, genauer gesagt, auf dem ehemaligen Heuboden des rechten Seitentrakts, gibt es seit neuestem einen sehr schönen weißgetünchten knapp 100 Quadratmeter großen zentral beheizten Raum mit Gebälk, der der Öffentlichkeit für Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Seminare, Tagungen und Feiern zur Verfügung stehen soll – dazu Nebenräume und neue sanitäre Anlagen.


Also Räumlichkeiten, die die Gemeinde Wallerfangen, ja, die gesamte Region als Veranstaltungsort bereichern, wie Minister Reinhold Jost lobend in seiner Rede zur Eröffnung vor geladenen Gästen hervorhob. Das Gebäude, in dem früher Stallungen, Heuschober, Wohnungen und Futterküche untergebracht waren, flankiert mit einem identischen Wirtschaftsflügel gleich gegenüber das von der Straße zurückgebaute Herrenhaus in der Mitte des historischen Ensembles – ein einfacher symmetrischer Putzbau, das „Corps de Logis“ (Hauptgebäude), mit fünf Achsen, zweigeschossig mit Gesimsen und Krüppelwalmdach, der Tür in der Mittelachse und dünnen Eckpilastern.

Das Schlösschen, das 1830 durch Feuer zerstört wurde, gehörte der begüterten Familie Dusard de Vigneuilles. Es wurde um 1850 wenige hundert Meter weiter am Ortsrand wieder aufgebaut und steht heute unter Denkmalschutz.



Als Wolfgang Meunier das ziemlich verwahrloste Anwesen Ende 2014 erworben hatte, begann er gleich mit den Aufräumarbeiten auf dem Gelände und mit der Restaurierung des Haupthauses. Wildwuchs wurde beseitigt, die ursprünglich nach Süden ausgerichtete terrassenförmige Anlage des etwa 60 Ar großen Grundstücks wiederhergestellt. Zwei Bäume im Hof, die bereits acht Meter hoch waren, prägen heute die Vorderansicht des Anwesens mit. „Da ich mich seit gut 50 Jahren mit alten Gewerken und historischen Baumaterialien beschäftige, wusste ich in etwa, was mit diesem Objekt auf mich zukam, konnte dafür auch viele Arbeiten selbst ausführen“, sagt der Hausherr.

Das fachgerechte Restaurieren habe die Beantragung von Fördermitteln der EU und der Landesregierung für verschiedene Gewerke, beispielsweise die Sanierung von Dächern und Fassaden oder die Erneuerung von Fenstern und Außentüren, jeweils in Absprache mit dem Landeskonservator, ermöglicht.

Dies alles dient dazu, das gesamte Anwesen wieder sichtbar der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Bis Ende des Jahres sollen alle von der Landstraße aus sichtbaren Fassaden restauriert sein, ebenso die der Rückseite des Hofguts, die man vom Wanderweg (Hirn-Gallenberg-Tour) aus sieht“, verspricht Wolfgang Meunier. Gemeindepfarrer Herbert Gräff segnete das Haus ein und Albert Hilt erzählte etwas über Geschichte des Ensembles.