1. Saarland
  2. Saarlouis
  3. Wallerfangen

Viel Interesse an den neuen Elektro-AutosSaarland setzt nachhaltige Akzente

Viel Interesse an den neuen Elektro-AutosSaarland setzt nachhaltige Akzente

Saarlouis. "Das, was sie hier sehen, ist die Zukunft", sagte Wirtschaftsminister Heiko Maas. Er eröffnete am Samstag auf dem Kleinen Markt in Saarlouis gemeinsam mit dem Landrat Patrik Lauer und dem Oberbürgermeister Roland Henz die Messe "Saarlouis bewegt" für Elektrofahrzeuge und Energieeffizienz

Saarlouis. "Das, was sie hier sehen, ist die Zukunft", sagte Wirtschaftsminister Heiko Maas. Er eröffnete am Samstag auf dem Kleinen Markt in Saarlouis gemeinsam mit dem Landrat Patrik Lauer und dem Oberbürgermeister Roland Henz die Messe "Saarlouis bewegt" für Elektrofahrzeuge und Energieeffizienz. Die Saarbrücker Zeitung hörte sich dort um und wollte von den Besuchern wissen, ob sie sich vorstellen können, ein Elektrofahrzeug zu kaufen und ob sie generell offen sind für umweltbewusste Technologien?Die Messe für Elektrofahrzeuge und Energieeffizienz bot die Möglichkeit, sich über die neuesten Technologien zu informieren, manche umweltbewussten Fortbewegungsmittel sogar zu testen. Verschiedene Autos, ob groß oder klein, ob außergewöhnliches Design oder einem "normalen" Auto ähnelnd - die Elektrofahrzeuge zogen die Blicke vieler Interessierter auf sich. So auch die der 62-jährigen Christel Klein aus Picard. Vor allem der Segura Twizy, ein kleines Zwei-Personen-Fahrzeug von Renault, und ein größerer Peugeot haben es ihr angetan. Da sie sich nach einem neuen Auto umsieht, zieht sie den Kauf eines Elektroautos in Betracht. "Um zur Arbeit nach Saarbrücken zu fahren, reicht der Akku allemal. Danach muss ich es zu Hause nur an die Steckdose anschließen", meint Christel Klein. Praktisch findet sie auch, dass das kleinere Auto sogar mit einem Mofaführerschein zu fahren ist.

Für Bastian Wagner, 28 Jahre, kommt ein Kauf des Elektroautos aus finanziellen Gründen nicht in Frage. "Wären die Elektroautos erschwinglicher, würde ich nicht Nein sagen", sagt er. Als Zweitauto könne er sich ein Elektroauto dann schon vorstellen. Er würde dann einen Gebrauchten kaufen, "aber das gibt es wahrscheinlich erst in fünf bis sechs Jahren".

Melina Profeta, 41 Jahre, aus Saarlouis, findet die Flitzer anziehend. Sie hat vor, sich über die Autos zu informieren. "Dann müsste ich abwägen, ob ein Elektrofahrzeug gegenüber dem Verbrauch sinnvoll ist", bemerkt sie. Gut informiert ist Heinrich Raber, 65, aus Bouzonville. Er steht vor einem Opel Ampera. "Das gute an diesem Auto ist", erklärt er, "dass das Auto bei leerem Akku auf einen Benzinmotor wechseln kann". Nachteile findet er in der geringen Reichweite bei vollem Akku und dem teuren Einbau eines neuen Akkus, wenn der nach fünf Jahren in seiner Leistung abnimmt. Trotzdem sieht Heinrich in den Autos die Zukunft auf den Straßen. "In Frankreich fördere der Staat den Kauf solcher Autos, das fehlt hier", bedauert er. Auch er findet die Elektrofahrzeuge noch zu teuer. Das Interesse ist vorhanden. Saarlouis. Minister Heiko Maas hat auf der Messe "Saarlouis bewegt" das neue Modellprojekt "e-Mobil Saar" vorgestellt. Damit will das Saarland neue, nachhaltige Akzente in der Mobilität setzen. Dazu soll das Saarland als Testregion für den Einsatz moderner Antriebstechnologien aufgebaut werden.

"Unser Ziel ist es, Elektrofahrzeuge mit dem Verkehrsverbund intensiv und schlüssig zu verbinden. Das ist die Zukunft des Verkehrs: Eine intelligente Vernetzung der Fortbewegungsmittel", sagt Maas. Bei dem Projekt arbeitet das Wirtschaftsministerium mit der Deutschen Bahn Fuhrpark, Verkehrsmanagement-Gesellschaft Saar (VGS) und dem Institut für ZukunftsEnergieSysteme (IZES) zusammen. Saarlandweit sollen rund 50 neue E-Mobil-Fahrzeuge zur Verfügung stehen, die über das E-Mobil-Netz der DB und den SaarVV an den Bahnhöfen vorgehalten werden. Das Projekt hat eine Laufzeit von zwei Jahren und geht jetzt mit dem Bau der Infrastruktur (Ladesäulen, E-Mobil-Standorte) an den Start. Der Strom für Elektrofahrzeuge soll aus erneuerbaren Quellen kommen, vereinzelt werden Solar-Car-Ports an Ladestationen aufgebaut. Das Pilotprojekt e-Mobil Saar wird mit Bundesmitteln von drei Millionen Euro finanziert und mit Landesmitteln flankiert. red

e-mobil-saar.de

Foto: dpa