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Ursache des Einsturzes noch ungeklärt

Ursache des Einsturzes noch ungeklärt

Die Einsatzkräfte der Dillinger Feuerwehr unter Schock: Sie kämpften am Samstagnachmittag bei Diefflen um das Leben eines zehnjährigen Jungen, der beim Einsturz einer Hausruine verschüttet worden war - vergeblich.

Dillingen. Auch am Sonntagnachmittag konnte trotz Ermittlungen noch nicht geklärt werden, warum eine alte Gebäuderuine am Samstagnachmittag zwischen Diefflen und Nalbach einstürzte, als zwei Jungen dort spielten. Einer von ihnen wurde von den Trümmern verschüttet und starb. Die Polizei ist noch dabei, Eigentumsverhältnisse und Funktion des lange leer stehenden Gebäude zu klären.Betroffenheit herrschte auch gestern noch bei den zahlreichen Rettungskräften. Als die Dillinger Feuerwehr ausrückte, wussten ihre Einsatzkräfte, was ihnen bevorstand. Die erfahreneren und gestandenen Feuerwehrleute arbeiten ganz vorne, während die Jüngeren bei dem Einsatz den "Rückraum" absicherten. Mit bloßen Händen gruben sie nach dem Verschütteten. Per Menschenkette wurde Stein für Stein weitergereicht und nach hinten abtransportiert - bis sie den Zehnjährigen schließlich gefunden hatten. Nach den Erkenntnissen von Notarzt und Polizei hatte der Junge bei dem tragischen Unfall unter den mächtigen Steinblöcken keine Überlebenschance, obwohl der andere Junge rasch Hilfe holte, indem er ein Auto anhielt. Der Notarzt von Rettungshubschrauber Christoph 16 konnte nur den Tod des Jungen feststellen.

Notfallseelsorger Rudi Sieb hatte alle Hände voll zu tun: Es galt nicht nur die eingesetzten Feuerwehrleute und Rettungskräfte zu betreuen, auch die Eltern des verunglückten Jungen mussten an der Unglücksstelle begleitet werden.

Der elfjährige Freund des tödlich verunglückten Jungen überstand den Unfall praktisch unverletzt, weil es sich außerhalb des Gebäudes befand.

Fachleute untersuchen die Ruine, um festzustellen, warum sie einstürzte und einen Jungen unter sich begrub. Foto: Rolf Ruppenthal

Dillingens Bürgermeister Franz-Josef Berg wurde von den Einsatzkräften über den Unfall informiert. "Das hat mich schockiert. Die Eltern des Jungen, seine Angehörigen und Freunde haben mein ganzes Mitgefühl", sagte er am Sonntag.