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Treppenneubau in der Schule bereitet große Schwierigkeiten

Treppenneubau in der Schule bereitet große Schwierigkeiten

Der Spagat zwischen moderner Schule und dem Erhalt eines 150 Jahre alten Denkmals bereitet Probleme in Wallerfangen.

Verlockend war die Überlegung, das Ensemble "Altes Rathaus" auf der Adolphshöhe in Wallerfangen als Grund- und Ganztagsschule zu nutzen. Damit ließen sich gleichzeitig die 1864 erbauten und jetzt denkmalgeschützten Gebäude erhalten. Von rund 2,5 Millionen Euro Umbaukosten blieb der Gemeinde durch Fördermittel ein Eigenanteil von etwa 760 000 Euro.

Die Entscheidung traf im Jahr 2000 die damalige Ratsmehrheit aus SPD und FDP. 2005 zogen die ersten Grundschul-Kinder von der weiterführenden Schule im Bungert an den neuen Standort Adolphshöhe. Aber seit gut zwei Jahren machen Platzmangel und Brandschutzmaßnahmen Probleme in der Freiwilligen Ganztagsschule, FGTS.

Die befindet sich südlich des Rathauses in zwei ehemaligen Schulgebäuden. Im Sommer 2014 war das Gebäude schräg gegenüber dem Rathaus betroffen. Der Betreuungsraum im Dachgeschoss wurde geschlossen, später der Turnraum darunter. Denn laut Brandschutz fehlte ein zweiter Fluchtweg. Im Sommer 2015 zogen schließlich rund 77 Kinder in zwei Container um. Diese elf mal fünf Meter großen Container sind von der Gemeinde im Mietkauf erworben worden, sie stehen nah am Ensemble in Richtung Elisabethstraße.

99 Kinder sind es aktuell, sagte am Montag die Leiterin der Freiwilligen Ganztagsschule, Alexandra Geilenkirchen. 58 von ihnen seien bis 17 Uhr da, in drei Gruppen. Geilenkirchen ist Mitarbeiterin des DRK, das seit Jahresbeginn die Ganztagsbetreuung durchführt. Jeweils 20 Kinder sind in einem Container untergebracht. Weitere Räume werden als Ausweichmöglichkeiten genutzt. Diese Containerlösung "ist vom Ministerium auf fünf Jahre befristet", sagte Bürgermeister Günter Zahn. In rund drei Jahren laufe das aus. Vielleicht sei dann ein Antrag auf Verlängerung machbar oder ein Anbau am Standort der Container. Als zweiter Fluchtweg für die Freiwillige Ganztagsschule waren eine Außentreppe im Gespräch sowie eine Art Rettungsrutsche und auch eine Treppe im Innern. Letzteres beschloss der Gemeinderat mehrheitlich Ende 2015.

Die Kosten im Zusammenhang mit der Brandschutztreppe belaufen sich derzeit auf etwas über 100 000 Euro, sagte Zahn. Auch bedingt durch das Bauen im alten Bestand, ergänzte Bauamtsmitarbeiter Dieter Thomaser. "Wir mussten allein zweimal die Statik ändern."

Durch den Treppenbau sind der Turnraum im Erdgeschoss und der darüber liegende Gruppenraum um rund drei Meter verkürzt. Baubeginn war im August 2016, teilte Thomaser mit. Im November wurden Details erkennbar, die eine Fertigstellung der stählernen Innentreppe verzögern. Dazu gehören Querstreben am Geländer, die Kinder wie Leitersprossen nutzten könnten. Aber auch ein Podest zwischen zwei Treppenaufgängen. Dieses ist schmäler als die geforderten 1,2 Meter. "Da müssen wir wohl anbauen", sagte Thomaser. Was nun genau zu ändern sei, müsse mit der Unteren Bauaufsicht abgestimmt werden.