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Tickt der Zähler immer richtig?

Gisingen. Jahrelang hat ein Ehepaar aus Gisingen etwa den gleichen Wasserverbrauch. Plötzlich steigt der deutlich an. Nachdem der Zähler ausgetauscht wird, sinkt der Verbrauch wiederum deutlich. Der Wasserversorger bestreitet jedoch einen Zusammenhang mit der Wasseruhr. Nicole Bastong

Über große Ungereimtheiten bei seiner Wasserrechnung beklagt sich Leser-Reporter Jürgen Martinus aus Gisingen . Nachdem er und seine Frau in ihrem Haushalt jahrelang einen Wasserverbrauch über etwa 65 Kubikmeter hatten, erhielt er für 2013 plötzlich eine Rechnung über 87 Kubikmeter Wasserverbrauch . "Das kann doch nicht sein", wunderte er sich.

Sein Verdacht: Die seit 2009 eingebaute Wasseruhr wies einen in seinen Augen unüblich langen Nachlauf auf. "Ich konnte immer einen Nachlauf von bis zu einer Minute messen!", empört er sich.

Martinus wandte sich an den Wasserleitungszweckverband "Gau Süd" (WZV) , Eigenbetrieb der Gemeinde Wallerfangen, und machte auf den offenbar defekten Zähler aufmerksam. "Ohne Ergebnis", schildert er.

Aber erst nach mehreren Reklamationen und einem Gang zur Verbraucherzentrale habe ein Mitarbeiter des WZV den Zähler angesehen.

Zähler ausgetauscht

Martinus bestand darauf, dass der Zähler ausgetauscht und zur Überprüfung geschickt wurde. Diese so genannte Befundsprüfung sei jedoch ohne Beanstandung ausgefallen, informierte ihn die Gemeinde. Die Kosten dafür, rund 60 Euro, soll er ebenfalls tragen.

Kurios: Nach dem Austausch der Wasseruhr im Februar 2014 sank die Verbrauchsmenge wieder deutlich. Obwohl der neue, größere Zähler baubedingt einen höheren Nachlauf aufweist, bestätigt die aktuelle Wasserrechnung für 2014 Martinus' Verdacht, dass der alte Zähler defekt war: Denn nun hat er plötzlich wieder eine Verbrauchsmenge von 57 Kubikmetern - "bei demselben Verbrauchsverhalten", wie er beteuert.

"Keine Ungewöhnlichkeiten"

Robert Zenner, der Technische Leiter des WZV, wollte sich nicht zu den Vorwürfen äußern. Der Wallerfanger Bürgermeister Günter Zahn verwies jedoch darauf, dass die Überprüfung des Zählers durch einen unabhängigen Gutachter "keinerlei Ungewöhnlichkeiten ergeben" habe. Der betreffende Zähler liege verplombt im Lager und könne jederzeit geprüft werden. Zwar habe die Wasseruhr von Martinus die gesetzliche Normzeit, eine Art Mindesthaltbarkeitsdatum, knapp überschritten, räumte Zahn ein. Aber, betont er: "Ausschlaggebend ist die Befundsprüfung." Jährlich baue der WZV rund 1000 Zähler in seinem Versorgungsgebiet ein, sagte Zahn. Andere Kunden hätten sich nicht beklagt.

Doch Martinus fühlt sich vom WZV abgezockt. Er warnt seine Mitbürger: "Der Wasserhahn ist zu, doch der Zähler läuft weiter! Ihr bezahlt für Wasser, das Ihr nicht verbraucht habt." Er rät anderen Kunden des WZV, ihre Rechnungen ebenfalls zu überprüfen. "Ich werde auf jeden Fall versuchen, zu viel bezahltes Wassergeld zurückzufordern", kündigt er an. Inzwischen hat er einen Anwalt mit der Vertretung seiner Interessen gegenüber der Gemeinde beauftragt; diese lässt sich ihrerseits rechtlich vertreten.

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