Stimmen aus Wallerfangen zum Diebstahl des Von-Papen-Grabsteins

Von-Papen-Grab : „Sehr bedauerlich“, sagt Wallerfangens Bürgermeister Horst Trenz

Stimmen aus Wallerfangen zum Diebstahl des Grabsteins von Franz von Papen: Bürgermeister und Ortsvorsteherin äußern sich gegenüber der SZ.

Die Nachricht ist am Dienstag international auf viel Beachtung gestoßen. Ob in Luxemburg, Wien oder Zürich oder in allen Ecken Deutschlands haben sich Zeitungen mit dem Diebstahl des Grabsteins von Franz von Papen vom Friedhof in Wallerfangen beschäftigt. Der war 1932 für rund ein halbes Jahr deutscher Reichskanzler. Die Gruppe „Zentrum für politische Schönheit“ hatte erklärt, die Grabplatte entwendet zu haben, um damit in Berlin ein Zeichen zu setzen. Die Geschichte der frühen 1930er Jahre, als Konservative den Nationalsozialismus ermöglicht hätten, dürfe sich nicht wiederholen. Es wird eine Parallele zu Sympathien in der CDU zur AfD gezogen (wir berichteten).

Die SZ hat in der Gemeinde Wallerfangen nachgefragt. „Die Familie interessiert sich für die Ermittlungen von Kriminalpolizei und Staatsschutz“, sagt Patricia von Papen-Bodek, Enkelin des Reichskanzlers. Darüber hinaus gebe die Familie jetzt keine Stellungnahme ab.

„Etwas unappetitlich und sehr bedauerlich für die Familie“, nennt Wallerfangens Bürgermeister Horst Trenz das Ereignis. Er weist darauf hin, dass die Grabanlage der Familie von Papen wie auch die der Familie Villeroy auf dem Gelände des Wallerfanger Friedhofs an der Kirchhofstraße „Privateigentum der Familie“ sein. Insofern ist die Zuständigkeit der Gemeinde begrenzt. Und das heißt auch, dass der Begriff „Ehrengrab“, von dem in Berichten jetzt wieder zu lesen war, und aus dem auf eine öffentliche Anerkennung geschlossen werden kann, „nicht ganz zutreffend ist“. Eine Störung der Totenruhe zur politischen Aktion, wie hier geschehen, nennt Trenz „nicht gerechtfertigt“.

„Meiner Einschätzung nach“, sagt Wallerfangens Ortsvorsteherin Julia Harenz, „haben die Täter einen Diebstahl begangen und die Totenruhe gestört, beides Taten, die ich nicht gutheißen kann.“ Auch sie nennt das „bedauerlich“. Ob die Grabplatte hilfreich sei, die Ziele der Gruppe zu erreichen, hält sie „für fraglich“.