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Schwierige Ortsstruktur für Windräder

Schwierige Ortsstruktur für Windräder

In Wallerfangen sieht man derzeit die Zukunft der Windenergie kritisch. Der Gemeinderat sprach sich dafür aus, den Mindestabstand von möglichen Anlagen zum Ort zu vergrößern und nimmt die Landesregierung in die Pflicht.

Bei der Distanz eines Windrades bis zum nächsten Wohnhaus zählt jeder Meter - zumindest in Wallerfangen . Wenn es nach dem Willen der meisten Gemeinderatsmitglieder geht, müsste der Mindestabstand größer werden. In der jüngsten Sitzung forderte der SPD-Fraktionsvorsitzende Horst Trenz daher auch: "Die Entfernung muss an die zunehmende Höhe der Bauwerke angepasst werden."

In der Gemeinde Wallerfangen habe es in der Vergangenheit bereits mehrere Ansiedlungsversuche gegeben. "Doch die Siedlungsstruktur innerhalb der Gemeinde ist für die Ausmaße der heutigen Windkraftanlagen nicht geeignet", erklärte Trenz weiter. Zu groß seien die davon ausgehenden Beeinträchtigungen für Mensch, Natur und Landschaft. Hier müsse der saarländische Gesetzgeber eingreifen und den Mindestabstand auf ein erträgliches Maß festsetzen. "Der Abstand von 800 Metern zu Wohngebieten ist im Verhältnis zu den heutigen Anlagehöhen nicht mehr zeitgemäß."

In einem Antrag der SPD-Fraktion an den Saarländischen Landtag und die Landesregierung heißt es: Man müsse bei den Abständen die besonderen saarländischen Siedlungsstrukturen berücksichtigen, um die Bürger vor Schaden zu bewahren. Da dieses Problem nicht nur Wallerfangen betrifft, schlug Trenz ein strukturelles Vorgehen vor. "Wir sollten weitere Gemeinden davon überzeugen, sich an dieser Resolution zu beteiligen."

Dem stimmte auch Josef Rath, Fraktionsvorsitzender der CDU , zu. Er sagte: "Bei dem Bau von Windrädern wird so viel Rücksicht auf die Natur und die Tiere genommen. Aber man muss auch Rücksicht auf die Menschen nehmen." Generell sei er kein Gegner von Windkraftanlagen, doch sie müssten dort platziert werden, wo sie niemanden stören.

Anders sah das Wolfgang Kiefer von den Grünen. "Wir haben uns entschlossen, die Atomkraftwerke abzuschalten, also müssen wir auch die Konsequenzen tragen." Wer sauberen Strom wolle, müsse entsprechende Anlagen bauen. Aus diesem Grund enthielt er sich bei der Abstimmung. Alle anderen Mitglieder gaben ihr Okay, die Resolution an die Landesregierung zu schicken.

Meinung:

Die Konsequenzen müssen alle tragen

Von SZ-Redakteurin Sarah Konrad

Wer A sagt, muss auch B sagen. Heißt: Wer Atomkraftwerke abschalten und saubere Elektrizität haben möchte, muss dafür die Konsequenzen tragen. Dazu zählt es auch, ein Windrad in der Nähe seines Hauses zu dulden. Solaranlagen verschandeln die Landschaft. Biogasanlagen stinken. Windkraftanlagen sind zu laut. Und Wasserkraft - okay, nur nicht an unseren Flüssen. So funktioniert das nicht. Alle wollen Öko-Strom. Doch der kommt eben nicht von allein aus der Steckdose.