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Schnee und Hagel beim Hauptrennen

 Schnell, hart, legendär. Diesem Motto wurde das 33. Überherrner Straßenrennen vollauf gerecht. Die Fahrer hatten nicht nur mit der anspruchsvollen Strecke zu kämpfen, sondern auch mit den Launen der Natur. Foto: rup
Schnell, hart, legendär. Diesem Motto wurde das 33. Überherrner Straßenrennen vollauf gerecht. Die Fahrer hatten nicht nur mit der anspruchsvollen Strecke zu kämpfen, sondern auch mit den Launen der Natur. Foto: rup FOTO: rup
Ittersdorf. Extremes Aprilwetter sorgte am Sonntag beim 33. Überherrner Straßenrennen für reichlich Gänsehaut. Die Amateur- und Elitefahrer manövrierten ihre Räder auf dem Saargau durch Regen, Schnee und eisigen Wind und gerieten an ihre Grenzen. Roland Schmidt

Jung und Alt hatten Dusel gehabt. Als die Schüler, Junioren und Senioren am Sonntag beim 33. Überherrner Straßenrennen (Motto: schnell, hart, legendär) auf den Rädern über den Wallerfanger Saargau jagten, lugte die Sonne hinter den Wolken hervor. Die Strecke blieb bei allen neun Rennen trocken.


Weniger Glück hatten die Männer. Pünktlich zum Hauptrennen KT-A/B änderte sich das Wetter am Ittersdorfer Berg schlagartig. Bei frostigen 5 Grad schneite es sogar leicht, dann prasselte Hagel vom grauen Himmel. Heftige Windböen peitschten eisigen Regen in die Gesichter der Zuschauer, während die vor Kälte schlotternden Elitefahrer im Start- und Zielbereich auf das erlösende Kommando warteten. Erlösend ist dabei eigentlich das falsche Wort, denn die Qualen auf der 112,8 Kilometer langen "Tour der Leiden" fingen da ja erst an. "Extreme Bedingungen wie bei belgischen Radsport-Klassikern, nur das Kopfsteinpflaster fehlt", beschrieb es Rennsprecher Tim Leber treffend. Die Strapazen auf dem 14,1 Kilometer langen Hügelkurs nahe der französischen Grenze waren echt hart.

Der Spannung tat es keinen Abbruch. Allen Widrigkeiten zum Trotz und wider alle Erwartungen legten die 60 Fahrer ein hohes Tempo vor. Finn Rehbock schaute am Straßenrand zu und klatschte Beifall im Gelben Trikot. In dem zum Saar-Pfalz-Cup gewerteten Rennen der Altersklasse U 11 gelang dem zehn Jahre alten Fahrer vom Ausrichter RSC Überherrn ein klarer Sieg. "In der ersten Kurve habe ich eine Attacke gefahren und dann weiter Tempo gemacht. Als keiner mitging, war es früh klar", erzählte der RSC-Hoffnungsträger, der sein Gelbes Trikot in den kommenden Cup-Rennen nun verteidigen will.



Voll auf Angriff fuhr die Elite am Rammelfanger Berg, wo sich schon in der ersten Runde die Spreu vom Weizen trennte. Vor zwölf Jahren nahm sich Top-Sprinter Marcel Kittel den 2,4 Kilometer langen Anstieg mehrmals vor und wurde im Rennen U17 später Dritter. Diesmal quälte sich ein Olympiateilnehmer die knackige Steigung hoch: Janvier Hadi aus Ruanda fuhr im Trikot des saarländischen Profiteams Stradalli Bike Aid vorne mit und enteilte in einer achtköpfigen Spitzengruppe dem Feld. Später setzte sich der Sieger des "All-African-Games"-Straßenrennens" in einem Trio ab, kurz vor Schluss musste er dann aber Teamkollege Nikodemus Holler und Sieger Fabian Genuit vom Team Möbel Ehrmann ziehen lassen. Letzterer schnaubte im Ziel tief durch. "Bei Schnee bin ich noch nie gefahren. Es war saukalt, aber in der Gruppe haben wir den widrigen Bedingungen gemeinsam getrotzt", sagte Genuit, der im Vorjahr Vierter geworden war.

Moritz Augenstein vom RSV Ellmendingen fuhr im Rennen Elite C über 84,6 Kilometer vorne weg, dem Feld früh davon und mit über drei Minuten Vorsprung ins Ziel. Eine tolle Leistung bot auch Jochen Scheibler vom RV Blitz Oberbexbach, der im Rennen Senioren 3 (42,3 Kilometer) für den zweiten saarländischen Triumph sorgte - beim Frühjahrs-Klassiker des RSC Überherrn, der eine frostige Angelegenheit war.