Schätze der Lebacher Geschichte ausgestellt

Lebach. Wie kommen Lebacher Eier und versteinertes Holz in ein Maschinenhaus der Stadtwerke? Diese Frage kann Egon Gross ganz einfach beantworten. Er hatte in seinem Privathaus einen Wasserschaden. Der Schaden wurde von den Stadtwerken Lebach behoben

Lebach. Wie kommen Lebacher Eier und versteinertes Holz in ein Maschinenhaus der Stadtwerke? Diese Frage kann Egon Gross ganz einfach beantworten. Er hatte in seinem Privathaus einen Wasserschaden. Der Schaden wurde von den Stadtwerken Lebach behoben. Deren Geschäftsführer, Manfred Naumann, war bei der Begutachtung von der Sammlung in dem Haus des 78-Jährigen derart begeistert, dass beide überlegten, wie diese der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden könne.Egon Gross war erfreut, ob des Interesses. Denn "man wird nicht jünger und was soll später aus meinen Funden werden?", fragt er sich immer wieder. In Lebach selbst gibt es kein Heimatmuseum oder eine Heimatstube. Die Geschichte Lebachs werde eigentlich nur in Privathäusern bewahrt, meint Gross. Da fallen Namen wie der Historische Verein, der Fotoclub, Klaus Altmeyer oder Albert Wagner.

Gross und Naumann kamen überein, einen Teil der Sammlung der Öffentlichkeit zu präsentieren. Drei Vitrinen hat Egon Gross nun im Maschinenhaus in der Poststraße eingerichtet. Am Sonntag, 25. März, will er erstmals seine Sammlung der Öffentlichkeit präsentieren. An diesem Tag ist auch "Frühling im Gewerbepark". Viele seiner Kostbarkeiten hat Gross bei Kanal- oder Straßenarbeiten entdeckt, wie zum Beispiel beim Bau der Nordumgehung Anfang der 1970er Jahre. "Da bin ich jeden Abend mit meinen Kindern dort auf Schatzsuche gegangen." Auch ist Gross mit einem Sportflugzeug 20 Jahre über die Felder geflogen und hat nach schwarzen Flecken gesucht. Bei Rümmelbach in der Nähe des Reiterhofes wurde er 1972 erstmals fündig und hat Lebacher Eier entdeckt. Dadurch, dass die Bauern immer tiefer pflügten, kamen immer mehr "Schätze" zutage. 1992 wurden dort Wiesen angesät.

Die Ausstellung im Lebacher Maschinenhaus stellt nur einen Bruchteil seiner Sammlung dar. Das Meiste hat er in seinem Privathaus. Dort lagern in Vitrinen auch Reste von römischen Ausgrabungen, die in der Saarlouiser Straße und im Gewerbegebiet entdeckt wurden. In Lebach kreuzten sich zwei Römerstraßen. Eine führte von Metz, Wallerfangen, Lebach nach Mainz, die Zweite von Trier, Lebach, Saarbrücken nach Straßburg.

Wie erkennt ein Unkundiger Lebacher Eier oder versteinertes Holz? "Lebacher Eier sammelt man, wenn trockenes Wetter ist, versteinertes Holz findet man, wenn es regnet, denn dann glänzt es." Zu den Kostbarkeiten im Besitz von Egon Gross gehört auch farbiges Holz. Solche Hölzer mit Röteleinlagerungen fand er in Rümmelbach. In einer Broschüre, die im Rathaus und im Maschinenhaus ausliegen, ist die Geschichte der Lebacher Eier nachzulesen.

Tag der offenen Tür, Sonntag, 25. März, 10 bis 18 Uhr, Maschinenhaus, Poststraße. Anmeldung für Schulklassen oder interessierte Gruppen, Stadtwerke Lebach, Telefon (0 68 81) 96 16 70.

Foto: Schmidt

Meinung

Ein Anfang

ist gemacht

Von SZ-RedakteurinMonika Kühn

Kunst wird immer mehr an öffentlichen Plätzen und Gebäuden präsentiert. Warum nicht auch Historisches. Auch wenn es in Lebach kein Heimatmuseum oder -stube gibt, Geschichte ist aber da. Sie muss nur an die Öffentlichkeit kommen. Die Ausstellung im Maschinenhaus sollte ein erster Schritt sein, dem hoffentlich viele folgen werden. Es könnten Dauerausstellungen im Rathaus, in der Stadthalle, bei Banken, in Schulen oder Kirchen geben, je nach Thema. Wie ein roter Faden müsste sich die Historie durch Lebach ziehen.