Regine Collet will Bürgermeisterin von Wallerfangen werden

Bürgermeisterwahl : „Wir brauchen Klarheit und Transparenz“

Regine Collet will Bürgermeisterin von Wallerfangen werden.

Unabhängig zur Bürgermeisterwahl in Wallerfangen anzutreten, das ist Regine Collet ganz wichtig. Sie tritt an „für eine komplette Umorientierung der Verwaltung, weg von der politischen Ausrichtung und zur Sache hin“, betont die 52-Jährige, die die Ortspolizeibehörde Wallerfangen leitet. „Bürgerwohl und Machbarkeit“ möchte sie künftig in den Fokus stellen. „Die Politik versucht, in die Verwaltung einzugreifen. Und je kleiner die Verwaltung, desto eher gelingt das“, habe sie festgestellt. Sie sehe „viel Potential“, das Rathaus intern umzugestalten und bürgernäher zu machen.

Collet setzt sich dafür ein, das „bürgerschaftliche Engagement in der Gemeinde“ zu fördern; sie will „Strukturen einführen, die Mitwirkung auch abseits der Parteien ermöglichen“, etwa Jugend- und Elternbeiräte, Bürgerinitiativen oder Projekte wie die Zukunftswerkstatt. Deshalb sei auch das Haus der Generationen ihr Lieblingsort in der Gemeinde: „Es ist für mich ein Sinnbild dafür, was man gemeinsam auf die Beine stellen kann.“ Menschen, die sich gerne einbringen würden, gibt es, da ist sie sicher, nur sei das bisher schwierig in Wallerfangen. „Die Leute kommen nicht gerne ins Rathaus“, stelle sie immer wieder fest, „das finde ich schade, und das will ich ändern.“ Orts- und Gemeinderäte seien dabei „potentielle Mitstreiter“.

Collet hat eine lange Verwaltungslaufbahn absolviert, hat bei der Gemeinde Wadgassen und beim Landkreis gearbeitet, im Sozial, Haupt- und Standesamt – „alles außer Bauamt“, scherzt sie, daneben noch studiert. Und auch wegen ihrer Erfahrungen in den Verwaltungsprozessen habe sie, die in jungen Jahren mal der SPD angehörte, bewusst entschieden, „vor der Wahl parteilos zu sein und danach auch“, sagt sie: „Wir brauchen Klarheit in den Zuständigkeiten und Transparenz.“ Sie trete ein „für einen konsequenten Führungsstil, aber auch für Teamarbeit und ein hohes Maß an Menschlichkeit“.

Eine „zukunftsorientierte Gemeinde“ wünscht sich Collet: „Mehr interkommunale Zusammenarbeit, Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien“ gehören dazu. Dabei solle die Kommune „Förderprogramme jeder Art bedienen“, „Förder-Scouts“ einstellen sowie „gute Kontakte nach außen nutzen“.

Collet, die „ihr berufliches und soziales Umfeld in Wallerfangen“ hat, wohnt mit ihrer Patchworkfamilie in Picard, für sie ein Vorteil: „Zum einen hat man die Sicht von außen, zum anderen agiert man auch unabhängig von seinem Ortsteil.“ Ihr einziges Versprechen: „Ich werde mich nicht verbiegen“, sagt Collet, „ich bin zu 100 Prozent überzeugt, dass ich zu jedem Zeitpunkt das Beste für die Gemeinde erreichen will, aber nicht für eine Partei oder Einzelne.“

Mehr von Saarbrücker Zeitung