Podiumsdiskussion zur Bürgermeisterwahl in Wallerfangen war gut besucht

Bürgermeisterwahl : Gewerbe, Parken, Freibad und Blauloch

Gut 250 Wallerfanger wollten sich vor der Bürgermeisterwahl über die drei Kandidaten informieren.

Noch vor Beginn der Podiumsdiskussion zur Bürgermeisterwahl in Wallerfangen mussten weitere Stuhlreihen in der Walderfingia angebaut werden, so groß war das Interesse der Bürger. Groß war bei manchen der gut 250 Zuhörer aber auch die Enttäuschung, als die Runde pünktlich nach eineinhalb Stunden beendet wurde, obwohl es noch Fragen aus dem Publikum gegeben hätte. So ging es zwar um Tourismus, Verkehr und Gewerbe, die in der Gemeinde durchaus drängenden Themen Soziales, Kitas und Schulen sowie Jugend blieben aber komplett außen vor.

Zwei Frauen und ein Mann stellen sich in der Gemeinde am Sonntag zur Wahl:  CDU-Kandidatin Nicole Reiners-Gerard, „50 Jahre alt, verheiratet, zwei Kinder“, stellte sich als erste vor und berichtete ausführlich aus ihrer beruflichen Tätigkeit in der Personalabteilung der htw Saarbrücken. Bürgermeisterin will sie werden, „weil ich Wallerfangen als Wohlfühlgemeinde ausbauen will“, als Ansprechpartnerin wolle sie immer für die Bürger da sein.

Die parteilose Einzelbewerberin Regine Collet, 52 Jahre alt, arbeitet seit 33 Jahren in kommunalen Verwaltung, seit sieben in Wallerfangen, wo sie die Ortspolizeibehörde leitet. Sie will als Bürgermeisterin „die Gemeinde aktiv gestalten und voranbringen, gemeinsam mit den Bürgern“, außerdem „konstruktiv und überparteilich für alle da sein“, dabei setze sie auf „Transparenz und Bürgernähe“.

SPD-Kandidat Horst Trenz lebt mit seinem Mann in Wallerfangen, „Familie und eine funktionierende Nachbarschaft“ spielten bei ihm eine wichtige Rolle. Der gelernte technische Zeichner studierte Rechtspflege und Verwaltungsmanagement und ist Geschäftsleiter des Landesarbeitsgerichtes.

Was die Kandidaten aus dem Jugenddorf Blauloch, Freibad und Campingplatz machen würden, wollte Moderatorin Steffani Balle (SR) zunächst wissen: In der Vergangenheit sei hier, erklärte Trenz, zugunsten des Ortskerns zu wenig passiert, das Schwimmbad bedürfe eines Konzeptes, das Blauloch müsse „den Wallerfangern wieder zur Verfügung gestellt werden“; ingesamt setze er touristisch auf Radwege und mehr Anlaufstellen für Wanderer.

Collet würde auf den Ideen der Zukunftswerkstatt aufbauen und Fördergelder nutzen, „für das Quartier von Tennisplatz bis Blauloch gibt es schon ziemlich genaue Pläne“; mehr Kultur und ein Biergarten könnte sie sich etwa im Freibad vorstellen. Trenz hielt sie entgegen, dass es schon seit 2015 ein beschlossenes Radwegekonzept gebe, das nicht umgesetzt worden sei. Mit „Wertschätzung für die Bürgerschaft“ und mehr Personal würde sie die Dinge angehen.

Eingehende Gutachten hält Reiners-Gerard beim Thema Tourismus für notwendig, wie man die Anlagen am besten nutzen könne. Einen Bikertreff könne sie sich etwa im Blauloch vorstellen; beim Campingplatz müsse sichergestellt werden, „dass er nicht in private Hände geht“. Insgesamt würde auch sie die Ideen aus der Zukunftswerkstatt einbinden und sich für Fördermittel einsetzen. Zu künftig mehr Bürgerbeteiligung bekannten sich auf Nachfrage aus dem Publikum alle drei.

Fluglärm aus Düren, Verkehr und Parken waren weitere Themen. Neues Gewerbe würde die CDU-Kandidatin vage „in Richtung Dillinger Hafen“ ansiedeln, Trenz in einem Mischgebiet „hinter der Wallerfanger Straße“, Collet würde zunächst Leerstände auffüllen und wenn, dann „emissionsarmes Gewerbe“ ansiedeln.

Großes Thema war die Parkplatzsituation in den Ortsdurchfahrten Wallerfangen und St. Barbara. Während Reiners-Gerard diese „akzeptabel“ fand, verwies Collet wie Trenz auf zahlreiche bisherige Lösungsversuche, aber „wenig Einsicht“ der Autofahrer. Für mehr Kontrollen sprachen sich Trenz und Collet aus, auch im fließenden Verkehr; Reiners-Gerard denkt gar an eine „Wende“, bei der Autofahrer nur noch ein Drittel des Verkehrs ausmachen sollten. Organisiert wurde die Diskussion vom Gewerbeverband HHG Wallerfangen.

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