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Ortsmitte Wallerfangen
Ortsmitte bekommt ein neues Gesicht

Interessante Ideen zur Neugestaltung der Ortsmitte Wallerfangen wurden im Alten Rathaus auf der Adolphshöhe präsentiert.
Interessante Ideen zur Neugestaltung der Ortsmitte Wallerfangen wurden im Alten Rathaus auf der Adolphshöhe präsentiert. FOTO: Johannes A. Bodwing
Wallerfangen. Erste Ideen zur Gestaltung des Wallerfanger Rathausplatzes und dessen Umfeld wurden jetzt vorgestellt. Von Johannes Bodwing

Eine der gravierendsten Veränderungen steht der Wallerfanger Ortsmitte bevor. Das ist die Gestaltung von Rathausplatz und Umfeld. Erste Ideen wurden am Mittwochabend in der Aula des Alten Rathauses präsentiert, bei geringer Beteiligung der Öffentlichkeit. „Die Ortsmitte ist ein bisschen in die Jahre gekommen“, stellte Hugo Kern zu Beginn fest. Dessen Planungsbüro koordiniert die Abläufe. Die jetzigen Entwürfe bezeichnete er als „drei völlig unterschiedliche Ansätze“. Diese reichten von Wohnbebauung entlang Hospital- und Maschinenstraße, über den vollständigen Erhalt der Grünfläche bis zum Ausgleich der Ebenen und Bau eines Stadtpavillons.



Der heutige Rathausplatz wird geprägt durch eine Planung des Architekten Karl Hanus aus einem Ideenwettbewerb von 1959. Nicht umgesetzt wurden damals Gebäude direkt entlang der Hauptstraße. Auf die bezog sich Hanno Dutt vom Planungsbüro Dutt + Kist in Saarbrücken. Deren Entwurf will die moderne Konzeption von Hanus fortführen. Einen „Stadtpavillon“ soll es an der Ecke Maschinenstraße - Hauptstraße geben. Dort hatte Hanus eine Mehrzweckhalle geplant, die nie realisiert wurde. Die angrenzende Hauptstraße könne als 30-Kilometer-Zone angelegt werden, und am Ortseingang aus Richtung Saaarlouis ließe sich die Kastanienallee fortsetzen.

„Wir haben eine Grünraumvariante entwickelt“, sagte Landschaftsarchitekt Christoph Heckel von BGH-Plan aus Trier. Keine Bauten, dafür eine diagonale Anpassung des Geländes schlagen sie vor. Denn von der südöstlichen Ecke bis zur nordwestlichen sei es ein Anstieg von acht Metern. Die meterhohe Betonmauer im Südosten könne weg. Ebenso der rechtwinklige Brunnen beim Verkehrskreisel. Der Rathausplatz werde „großflächig geöffnet“.

Die historische Entwicklung Wallerfangens nahm Architekt Peter Alt aus Eppelborn als Grundlage. Vom Mittelalter bis zum Abriss der Steingutfabrik sei das Ortszentrum dicht bebaut gewesen. Die Campus-Planung von Hanus mit Pavillons und Grünflächen weiche davon ab. „Wo nicht viele Leute da sind, braucht man keinen großen Platz“, argumentierte Alt. Deshalb könne eine Bebauung mit Reihenhäusern und Gärten erfolgen. Zwölf Wohnhäuser kämen auf den Platz und zwei Bauten für Gewerbe. Vor allem junge Familien sollten dann mehr Leben in die Ortsmitte bringen.

Eine Wohnbebauung, wie sie Architekt Peter Alt vorgestellt hatte, sei verworfen, informierte Bürgermeister Günter Zahn später. Das habe eine nachfolgende nichtöffentliche Sitzung von Planern und Jury-Mitgliedern ergeben. „Wir wollen den multifunktionalen Charakter des Platzes erhalten“, sagte Zahn. Außerdem hätten sich die drei Vorschläge zu sehr auf den Rathausbereich konzentriert. Aber das Untersuchungsgebiet „reicht von Bereich Aldi bis zur Einmündung Sonnenstraße-Hauptstraße.“ Das werde in weiteren Entwürfen berücksichtigt.



Die Entwürfe werden nun anhand Vorschlägen und Kritik der Zuhörer überarbeitet. Ende Februar 2018 sollen die Ergebnisse präsentiert werden. Einen Tag darauf entscheidet eine Jury über die besten Ideen, Wenig später beschließt der Gemeinderat das Projekt Ortsmitte Wallerfangen. Dieses erfolgt im Rahmen „Städtebaulicher Denkmalschutz“, bei dem nur eine Handvoll Orte im Saarland gefördert werden. Die Umsetzung der Ortsmitte Wallerfangen wird auf etwa zehn Jahre geschätzt. Die jetzige Planungsphase kostet 15 000 Euro pro Planungsbüro.