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Fußball
Optimismus trotz Rekord-Pleite

Gute alte Zeit: Mit Spielertrainer Hajrullah Muni gelang Wallerfangen 2916 die Meisterschaft in der Bezirksliga und der Aufstieg in die Landesliga. Derzeit sieht es dagegen beim SVW düster aus.
Gute alte Zeit: Mit Spielertrainer Hajrullah Muni gelang Wallerfangen 2916 die Meisterschaft in der Bezirksliga und der Aufstieg in die Landesliga. Derzeit sieht es dagegen beim SVW düster aus. FOTO: Achim Thiel
Wallerfangen. Landesligist Wallerfangen hat am Sonntag eine rekordverdächtige Pleite kassiert. 0:24 unterlag das punktlose Schlusslicht in Hülzweiler. Dennoch blickt der Club positiv in die Zukunft. Mit 30 Neuzugängen soll im Sommer alles besser werden. Von Philipp Semmler

Daniel Hilt war am vergangenen Sonntag nicht zu beneiden. Der Schlussmann des SV Wallerfangen musste in einer einzigen Partie öfter hinter sich greifen als manch anderer Keeper in einer Saisonhälfte: Wallerfangen unterlag beim Tabellendritten SV Hülzweiler mit 0:24 (0:12). „Das war natürlich eine Katastrophe“, erklärte Wallerfangens Vorsitzender Hassan Demir niedergeschlagen. „Aber wir sind im Moment froh, wenn wir elf Mann zusammen bekommen. Teilweise müssen wir auf Spieler zurückgreifen, die schon vier oder fünf Jahre keinen Fußball mehr gespielt haben.“


Die sportliche Misere begann beim SV schon vor der Runde. Nahezu alle Leistungsträger wie Kevin Feiersinger, Luca Vella oder Christian Hollinger verließen im Sommer 2017 den Club. Das vor der Runde neu formierte Team musste als punktloser Tabellenletzter in die Winterpause gehen – obwohl viele Begegnungen nur knapp verloren gingen.

In der spielfreien Zeit um den Jahreswechsel kam es aber noch dicker für den Verein: Die Trainer Ernesto Lirangi und Danny Gergen traten zurück. „Sie sahen keine Perspektive mehr“, erklärt Demir. Zudem wechselten viele Akteure zu anderen Vereinen, oder sie tauchten nicht mehr auf. „Von den Stammspielern der Vorrunde sind aktuell nur noch drei dabei“, erklärt Demir, der seit der Winterpause auch als Übungsleiter fungiert. „Es war da schon klar, dass wir absteigen. Deshalb wollten wir keine Mittel mehr für einen Trainer investieren“, sagt er.

Der erneute personelle Aderlass im Winter sorgte jedoch dafür, dass Wallerfangen nun endgültig nicht mehr konkurrenzfähig ist. 83 Gegentore gab es in den sechs Partien nach der Winterpause. Zum Vergleich: Vor dem Jahreswechsel waren es 64 Gegentore in 16 Begegnungen.

Trotz der aktuell bescheidenden Situation des Klubs, der 2016 mit Spielertrainer Hajrullah Muni noch in die Landesliga aufgestiegen war, blickt der Vorsitzende optimistisch in die Zukunft. Nächste Runde will der SV ein junges Team mit viel Lokalkolorit in der Bezirksliga ins Rennen schicken: „Wir haben schon fast 30 Neuzugänge“, berichtet Demir. Darunter sind Marvin Halbeisen und Nico Paul (beide SG Saarlouis-Beaumarais) sowie die Rückkehrer Marco Kohn und Mathias Schwarz (SV Lisdorf). Geleitet wird der Neuaufbau von Trainer Matthias Burger und seinem Assistenten Patrick Schmitt-Wendorff. Beide arbeiten derzeit noch beim VfB Dillingen II. „Wir wollen uns mit ihnen in der Bezirksliga stabilisieren, und ich bin überzeugt, dass uns das gelingt“, sagt Demir. Am Samstag, 15 Uhr, empfängt Wallerfangen den SV Bardenbach.