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Opposition in Wallerfangen beklagt Stillstand der Zukunftswerkstatt

Geplatztes Projekt : Opposition in Wallerfangen empört über Umgang mit Bürgerbeteiligung

CDU und FW beklagen den Stillstand der Zukunftswerkstatt Wallerfangen. Unter anderem sehen sie das Freibad in Gefahr.

Nach dem Bericht über den Stillstand der nachhaltigen Zukunftswerkstatt in Wallerfangen melden sich die Oppositionsfraktionen CDU und Freie Wähler Wallerfangen zu Wort. Die Gemeinde Wallerfangen erhielt als Modellkommune Fördergelder, um eine Nachhaltigkeitsstrategie als global nachhaltige Kommune zu entwickeln; unterstützt durch das IfaS-Institut am Umweltcampus Birkenfeld mit einem zweijährigen Coaching-Prozess. Doch seit einem Jahr ruht das Projekt. „Viele Bürger hatten sich bereit erklärt, mit großem Engagement mitzuwirken“, erklärt Nicole Reiners-Gerard, Fraktionsvorsitzende der CDU im Gemeinderat dazu. Ein Nachhaltigkeitsrat wurde gebildet, konkrete Vorschläge zu Themen wie Energie, Mobilität, Konsum, Vereinsleben, Lebensraum und -qualität seien bereits erarbeitet worden, etwa zur touristischen Erschließung des Blaulochs. „Innerhalb der Verwaltung scheint jedoch eine weitere Entwicklung nicht in der Mehrheit des Gemeinderats gewollt zu sein“, bedauert die CDU. „Schade, dass die Konzeption und Fertigstellung des kommunalen Aktionsprogramms nicht weiterverfolgt wird.“

Sie kritisiert auch, dass der Bürgermeister „an der Arbeit des Nachhaltigkeitsrates kaum interessiert“ sei. „Fakt ist, man hätte ein Ausschreibungsverfahren zur Ressourcenverwaltung schnell auf den Weg bringen können, wofür im Übrigen auch Fördermittel ausgewiesen waren“, betont Reiners-Gerard. Aus Sicht der CDU sei die Stillllegung „eine Farce“ und dieser Umgang mit Bürgerengagement „sicherlich nicht förderlich für zukünftige kommunale Projekte – bei denen man sich den Zuspruch und die aktive Bürgerbeteiligung schließlich so oft wünscht“, erklärt Reiners-Gerard.

Genauso sehen es die Freien Wähler (FW) Wallerfangen: „Mit großer Verwunderung wurden die Darstellungen des Bürgermeisters Horst Trenz im SZ-Artikel zur Entwicklung der Zukunftswerkstatt aufgenommen“, erklärt Uwe A. Kammer, Fraktionsvorsitzender der FW im Gemeinderat. „Tatsächlich wurde das Projekt Global Nachhaltige Kommune (GNK) sehr gut in der Gemeinde angenommen. Viele Bürger hatten sich mit sehr hoher Motivation in den unterschiedlichen Arbeitsgruppen engagiert.“

Doch die Unterstützung seitens der Verwaltung hat aus Sicht der FFW „sehr zu wünschen übrig gelassen“, betont Kammer. Dass der Bürgermeister „den Fokus nun auf andere nachhaltige Projekte“ richten wolle, verstehe er nicht: So sei etwa das „Quartierskonzept“ für das Blauloch inklusive Freibad „eine sehr seltene Chance für die Zukunft“ gewesen. Für die FW dränge sich jetzt die Frage auf, „ob seitens der Mehrheitsfraktion aus SPD, Grüne und Linke das Schwimmbad bereits geopfert worden sei“, kritisiert Kammer. Und abschließend: „Eine nachhaltige Zukunftsentwicklung lässt sich nur gemeinsam und mit den Bürgern von Wallerfangen gestalten.“