| 20:39 Uhr

Ohne die Feuerwehr läuft nichts

Sie engagieren sich mit rund 50 weiteren Mitstreitern für das Dorfleben im Gaudorf Leidingen: Norbert Peifer, Dieter Dillenseger und Alfons Koster (von rechts). Foto: Rolf Ruppenthal
Sie engagieren sich mit rund 50 weiteren Mitstreitern für das Dorfleben im Gaudorf Leidingen: Norbert Peifer, Dieter Dillenseger und Alfons Koster (von rechts). Foto: Rolf Ruppenthal FOTO: Rolf Ruppenthal
Leidingen. Kein Verein, keine Fußballer, kein Kirchenchor oder sonst etwas: das Dorf Leidingen, zu zwei Teilen auf deutschem und französischem Gebiet, hat kein wirkliches Dorfleben. Rolf Ruppenthal

Leidingen ist berühmt-berüchtigt. Berühmt wegen seiner Lage mitten auf der Grenze. Berüchtigt wegen seiner Lage weit weg von der Stadt, ohne eigenes Geschäft, ohne eine Kneipe, ohne Verein - dafür aber mit einer sehr aktiven Feuerwehrkameradschaft. Sie ist quasi das Herz des kleinen Gaudörfchens mit seinen 170 Bewohnern in Deutsch-Leidingen und 24 in Französisch-Leidingen.


Einst gegründet, weil die heimische Feuerwehr nicht mehr genug Leute hatte, organisiert sie das gesamte dörfliche Leben. Die Feuerwehr selbst ist längst abgewandert und im Wallerfanger Löschbezirk West (Ihn/Leidingen /Rammelfangen) aufgegangen. 52 Mitglieder zählt die Feuerwehrkameradschaft, und ein Viertel von ihnen kommt von auswärts, weiß ihr Organisationsleiter Dieter Dillenseger (64), ehemaliger Industriemeister und jetzt Rentner, zu berichten. Er selbst ist auch nicht in Leidingen , sondern im nur wenige Kilometer entfernten lothringischen Guerstling zu Hause.

"Sinn und Zweck der Feuerwehrkameradschaft ist, das Dorfleben in Leidingen zu erhalten", führt Dieter Dillenseger weiter aus. "Ansonsten wäre der Ort tot", ergänzt Alfons Koster (64), ehemaliger Versorgungstechniker und Kassierer der Feuerwehrkameradschaft, "denn wir haben keinen Verein, keine Fußballer, keinen Kirchenchor oder sonst etwas."



Und so hat sich die Feuerwehrkameradschaft auf ihre Fahnen geschrieben, jeden Monat für mindestens eine Veranstaltung zu sorgen. Etwa das Seniorentreffen und die Bastelnachmittage für die Kinder. Zudem helfen die Mitglieder an der Kirmes, an St. Martin sowie am St. Nikolaustag. Höhepunkt ist alljährlich das große Dorffest im August, an dem sich die Bewohnerzahl kurzzeitig stets verdoppelt. Die Einnahmen kommen dem Dorfleben und sozialen Bereichen zugute. Für den Notfall hält die Feuerwehrkameradschaft eine kleine Rücklage als Notgroschen bereit, sollte irgendwo kurzfristiger Sanierungsbedarf im Dorf entstehen. Auch bei der Sanierung der alten Dorfkirche St. Remigius haben sich die Mitglieder beteiligt.

Ganz sorgenfrei ist die Feuerwehrkameradschaft aber nicht. Leidingen verfügt zwar über ein recht neues, dafür leer stehendes kleines Feuerwehrgerätehaus, aber über keinen echten Treffpunkt. Die alte Schule wurde in ein notdürftiges Bürgerhaus umfunktioniert, aber vieles entspricht schon längst nicht mehr dem Stand der Zeit. "Größere Räumlichkeiten wären von Nöten, aber zumindest vernünftige Toilettenanlagen müssten her", betont Peifer.