Ochsenkirmes in Biringen mit Ochse vom Pehlinger Hof

Ochsenkirmes : Zart, würzig, saftig und medium

„Weil das hier fast eine Sensation ist“, reisten Besucher der Biringer Ochsenkirmes sogar aus Mönchengladbach an.

Mit einem langen, frisch geschliffenen Messer stand Metzger Shpejtim Hamza da und lächelte einladend. Auf der Spitze steckten zwei Stückchen Fleisch. Zart, würzig und saftig. Die stammten von einem Ochsen, der sich hinter ihm langsam an einem gewaltigen Spieß drehte. Etwas mehr als zehn Stunden lang, von Samstagmorgen gegen 8 Uhr bis etwa 18.45 Uhr. Dieses kulinarische Angebot ist eine Besonderheit der Biringer Ochsenkirmes. Die feierte am Wochenende auf dem Dorfplatz ihr 25. Jubiläum.

Den Anfang machte am Freitag gegen 19 Uhr ein Fassanstich. Am Samstagabend sorgte die Live-Band „Reset“ für den musikalischen Rahmen. Am Sonntag ging es weiter mit Frühschoppen, Mittagessen und Unterhaltung. Zu den Anfängen der Biringer Ochsenkirmes befragt, erinnerte Christoph Dickmann, Vorsitzender des Sportvereins, an die Römer. „Da hinten war mal eine Römerstraße, und die hatten wohl hier schon Ochsen gegrillt.“ Diese Idee griffen die Biringer Vereine auf, die mit einem Kirmesteam das Fest organisieren. Aber vor der konkreten Umsetzung standen erst noch Vereinsfahrten. Zum Beispiel nach Oberperl, wo ebenfalls Ochsen gebraten werden. „Die ersten drei Jahre haben die auch hier bei uns gearbeitet“, sagte Dickmann. „Dann haben wir unseren eigenen Grill gebaut und perfektioniert.“

Dazu gehört beispielsweise, dass die senkrechten Metallkästen für das Holzfeuer auf dicken Stahlrollen stehen. Dadurch ist der Abstand zum Grill variierbar. Von früh an fütterte ein Viererteam das Feuer mit Massen an Buchenholz und sorgte dafür, dass nichts anbrannte. „Das darf nicht zu kalt werden und nicht zu heiß“, sagten sie am späteren Abend mit kühlem Bier in den Gläsern. „An die 200 Grad“, nannte Hamza die ungefähre Marke. Wichtig war auch, den Ochsen immer wieder auf dem Spieß nachzuspannen. „Der schrumpft ja mit der Zeit“, stellte das Team dar. Im Umfeld sah es denn auch eher aus wie in einer Werkstatt, mit großen Schraubenschlüssel, Hämmern und weiterem Werkzeug.

„Wir kommen schon im zweiten Jahr hierher“, sagte ein Besucher aus dem niederrheinischen Süchteln. Das liegt rund 15 Kilometer nördlich von Mönchengladbach. Eine kleine Gruppe des Karnevalvereins war im Rahmen der Vereinsfreundschaft vor Ort. „Weil das hier wirklich eine Sensation ist“, hieß es zum Ochsen am Grill. „Das gibt es ja nicht mehr so oft.“ Gegen 19 Uhr prüfte Hamza noch einmal den Garzustand des Fleisches. „Das ist jetzt durch, medium“, lautete sein Fazit. Dann setzte er das Messer an und schnitt große Stücke heraus, die in breite Scheiben zerteilt wurden. „Da kriegt jeder die gleich große Portion“, versicherte er. Die kosteten 9,50 Euro.

180 Kilogramm wog der Ochse vom Pehlinger Hof in Gerlfangen. „So 280 Portionen“ könnten das werden, schätzte Hamza. Etwa 100 davon waren vorbestellt. Dazu gab es dann Sauce, Fritten, eine saure Gurke und ein breites Stück Flutes. Mit Begeisterung, Messer und Gabel machte sich die Kundschaft darüber her.

„Richtig gut“, sagte ein Kirmesbesucher zwischen zwei Bissen. Andere suchten mit vollen Tellern einen Platz auf dem sich füllenden Festplatz oder nahmen das Essen eingepackt mit nach Hause.

Mehr von Saarbrücker Zeitung